Dendrobium lamiyaiae blüht wieder

Nach einigen Jahren der Zwangspause (Schnecken) hat dieses Jahr Dendrobium lamiyaiae wieder einmal geblüht.

Erstmals gesehen habe ich diese Pflanze 2002 anlässlich der Weltorchideenkonferenz in Shah Alam nahe Kuala Lumpur. Damals gab es das Gerücht die Pflanze sei eine Hybride mit z.B. Dendrobium unicum.

Dendrobium lamiyaiae
Dendrobium lamiyaiae

Aber die Pflanze wurde für von Gunnar Seidenfaden 1996 für Thailand und Laos beschrieben und sie hat eine von Dendrobium unicum unterscheidbare Lippe. Dazu kann man z.B. im Orchideenjournal genauere Auskünfte lesen.

Ich kultiviere die Pflanze aufgebunden mit wenig Moosunterlage. Aber wahrscheinlich zu trocken, denn die Pflanze ist klein und es gibt große vieltriebige Exemplare bei einigen Liebhabern.

 

Dendrobium tenellum

Ich bin schon seit über 40 Jahren immer auf der Suche nach seltenen Arten der Gattung Dendrobium.

Anlässlich eines Orchideenvortrags in Zürich im Frühjahr 2015 hat mir der dortige Orchideengärtner einen kleinen Ableger von Dendrobium tenellum geschenkt.

Dendrobium tenellum wurde 1830 von Lindley für Java beschrieben, sie kommt bis 2000 m Höhe vor und scheint eine große Pflanze zu werden. Schön ist, dass sie schon als kleiner Ableger regelmäßig blüht.

Dendrobium tenellum
Dendrobium tenellum

Chelonistele maximae-reginea

Im September 2013 hat die niederländische Königin Maxima in Leiden im botanischen Garten die renovierten Gewächshäuser wiedereröffnet. Anlässlich dieser Veranstaltung hat Ed de Vogel zusammen mit anderen ihr eine neue Orchidee gewidmet. Leider hat diese Orchidee keine Herkunft, denn sie blühte zuerst im botanischen Garten in Leiden. Ihre nahen Verwandten stammen aus Sabah auf der Insel Borneo.

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Kurz nach der Veröffentlichung des Artikels in Malesian Orchid Journal Vol.12/2013 erhielt ich die Pflanze von Boscha Popow, der immer eine gute Adresse für die wirklich seltenen Orchideen ist.

Jetzt hat diese Orchidee auch bei mir zum ersten Mal geblüht. Sie ist eine kleine kompakte Pflanze mit ca. 15 cm langen Blättern, die paarigen aus ca. 3 cm langen Bulben wachsen, der Blütenstand erscheint mit dem Neutrieb und hat bis zu sechs Blüten. Ich kultiviere sie in einem kleinen Topf in mittlerer Höhe des Gewächshauses.

Chelonistele maximae-reginae, Blütenstand
Chelonistele maximae-reginae, Blütenstand

Maxillaria huebschii

Diese Maxillaria wurde von Reichenbach fil. 1888 für Kolumbien beschrieben, sie ähnelt Maxillaria grandiflora. Wird im kühlen Abteil des Gewächshauses sehr hell in grobem Rindensubstrat kultiviert, ist ein schlecht wüchsiges Exemplar und stammt aus der Zeit meiner Begeisterung für Südamerika.

Höhenlage des Vorkommens bis 3000m und sie soll terrestrisch wachsen.

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Sobralia blüht mal wieder

Über einen Zeitraum von 4 Jahren hat Sobralia yauaperyensis nicht mehr geblüht, jetzt hat sie an einem alten Trieb nacheinander drei Blüten entwickelt; sie wird in einem Seerosenkorb in RindensubstratIMG_2828 kultiviert und fängt jetzt auch an Neutriebe zu entwickeln. Sie steht jetzt in der kühleren Abteilung aber erhält offenbar mehr Licht (Morgensonne). Leider halten Sobraliablüten maximal 3 Tage.

Es darf bezweifelt werden ob der Name Sobralia yauaperyensis stimmt, denn die sieht eigentlich eher rosafarben aus oder zumindest mit rosa in der Lippe, meine hier jetzt blühende Pflanze hat rein weiße Blüten mit gelber Lippe.

Bulbophyllum sikkimense

Seit einigen Jahren habe ich einige Pflanzen, die kleine Bulben und ungefähr 5 cm lange Blätter haben, sie wachsen sehr dicht zusammenstehend und können aufgebunden aber auch in kleinen Töpfen kultiviert werden. Sie verzeihen es, wenn sie mal kein Wasser bekommen. Meist blühen sie sie Sommer, so auch jetzt. Leider erscheinen die Blütenstände eher einzeln und zeitversetzt, sodass eine vollerblühte Pflanze eher selten ist.

Bulbophyllum sikkimense
Bulbophyllum sikkimense

Bulbophyllum sikkimense oder roxburghii wurde schon 1912 beschrieben und stammt wie der Name verrät aus Sikkim (Indien) von den Hügeln vor dem Himalayamassiv, Höhenlagen 300-500m über NN.

Isochilus aurantiacus

Wenn ich in der Vergangenheit an Isochilus dachte, kamen mir immer buschige, vieltriebige Pflanzen in den Sinn, die mehr oder weniger rosa blühten. Denn was bei Händlern manchmal steht und noch viel seltener auf Ausstellungen zu sehen  ist, ist  Isochilus linearis.

Vor einigen Jahren habe ich bei der Firma Kopf ein rot-orange blühendes Isochilus Pflänzchen erstanden. Es stammt aus Nicaragua, Guatemala, El Salvador und kommt bis 2600 m Höhe vor und wurde 1981 auf den Namen Isochilus aurantiacus getauft.

Ich kultiviere sie aufgebunden auf einem Presskorkstück mit ein wenig Xaxim um die Wurzeln, sie wird täglich angesprüht.

Isochilus aurantiacus
Isochilus aurantiacus

 

 

Paraphalaenopsis schwierig in der Kultur?

In der Vergangenheit habe ich es einige Male versucht Arten dieser faszinierenden Gattung, die hauptsächlich in Borneo vorkommt, zu kultivieren. Da es sich aber bei den erhältlichen Pflanzen meist um Importstücke ohne lebende Wurzeln handelt, bin ich immer gescheitert und habe sog. Lehrgeld bezahlt.

Seit zwei Jahren kultiviere ich eine echte Alternative, denn die Hybride Paraphalaenopsis labukensis x Vanda alpina, die auch als  Paravanda Brauer LCDO von La Cour de Orchidees 2013 in Kew bei der Registrierungsstelle für Orchideenhybriden angemeldet wurde, sieht, jedenfalls  meine Pflanze,

Paravanda Brauer LCDO
Paravanda Brauer LCDO

der Paraphalaenopsis labukensis sehr ähnlich.

Pflanze wird im First des Glashauses in einem Topf mit grobem Rindensubstrat kultiviert und regelmäßig gedüngt.

Das Holzschuh Bulbophyllum

Vor einigen Jahren habe ich von Hilmar Bauch eine sogenannte Mutterpflanze von Bulbophyllum frostii erstanden. Sie hat viele Jahre lang nicht geblüht. Inzwischen hängt sie im Dachfirst der temperierten Abteilung und blüht regelmäßig. Dieses Jahr schon zum vierten Mal.

Die Amerikaner nennen diese Orchidee die Holzschuhorchidee. Sie stammt ursprünglich aus Vietnam und wächst in ungefähr 1500m Höhe.

Sie ist ohne Substrat auf Korkeiche aufgebunden und wird regelmäßig angesprüht und gedüngt.

Bulbophyllum frostii
Bulbophyllum frostii

 

Orchideenkultur I

Unsere Orchideen stehen und hängen in einem Gewächshaus der Firma Krieger- Herdecke. Die Bedachung besteht aus Doppelstegplatten (Macralon), welche UV Licht durchlassen. Leider bildet sich an den Innenseiten im Laufe der Jahre eine Algenschicht, die regelmäßig entfernt werden müsste. Was aber nicht immer geschieht, weil das Ausräumen sehr aufwendig ist.

Das Haus ist in eine temperierte und eine kalte Abteilung unterteilt.

Seit einigen Jahren versuche ich so wenig wie möglich zu schattieren, es blühen jetzt auch Orchideen, die vorher nur durch ihre Anwesenheit glänzten. Trotzdem ist die Hitze in einer solchen Kleinanlage immer ein Problem, deshalb nehme ich im Hochsommer weniger Licht in Kauf und bringe Schattiergewebe an.

Blick ins Gewächshaus
Blick ins Gewächshaus

 

Düngung erfolgt mit Orchid Focus Grow und Bloom.

Die aufgebundenen Orchideen werden täglich angesprüht. Im Winter alle 2-3 Tage, denn trockene Heizungsluft ist den teilweise sehr kleinen Montagen nicht zuträglich.

Im Winter bei niedrigen Temperaturen ist eventueller kaltes Tropfwasser ein Problem, führt die Blattflecken.

Gleiches gilt für nicht sauberes Gießwasser, welches zu Bakterien- und Pilzinfektionen führt.

Wichtig für Orchideen ist der Luftaustausch bzw. die Luftbewegung. Dies stellt im Winter ein Problem dar, da man ja die wertvolle Wärme nicht verlieren möchte.

IMG_2659Kultiviert wird auf Korkeichenstücken, Weinreben oder Holunderästen mit oder ohne Sphagnumunterlage. Die getopften Orchideen stehen meist in einem guten Rindensubstrat z.B. von der Firma Currling Orchideen.