Besuch in Lemförde

Vor 14 Tagen war ich an einem heissen Tag nach vielen Jahren wieder einmal in der Orchideenzucht Lemförde.

Ich erinnere mich noch gut, dass in den 1970 Jahren die Lemförder Orchideenzucht in Deutschland zu den führenden Gärtnereien gehörte.

Meine ersten, per Post bestellten Orchideen, stammten auch von dort, das Oncidium ornithorhyncum von damals besitze ich noch heute ich habe erst kürzlich das Original Schildchen im Topf entdeckt.

Ende der 1990er Jahre haben wir vom Orchideenjournal ein Interview mit Erika Reuter abgedruckt. Sie ist vor einigen Jahren verstorben.

Erika Reuter hat in den 1970er Jahren eine beeindruckende Sammlung aufgebaut.

Viele der Pflanzen stehen noch heute dort, leider lediglich mit Nummern versehen, sodass ein Auffinden bestimmter Arten und Hybriden nur möglich ist, wenn diese blühen.

Aber ohnehin sind diese Pflanzen nicht für den Verkauf bestimmt.

Für den Verkauf werden viele Naturformen von Paphiopedilum und guter bis sehr guter Qualität zu fairen Preisen angeboten.

Broughtonia sanguinea var. aurea

Anlässlich einer Reise ins Tessin hatte ich Gelegenheit die kleine Gärtnerei Riboni in Varese zu besuchen. Dort waren viele interessante Orchideen zu sehen, so z.B. Mexipedium xerophyticum und eben auch die  oben schon genannte Broughtonia sanguinea var. aurea. Die Herkunft der Pflanzen war Deutschland und hier, wie so oft, Boscha Popow in Wolfsburg.

Im zweiten Jahr nach dem Besuch hat die Pflanze jetzt geblüht. Sie wird auf Korkeine ohne Substrat im Dachfirst des Gewächshauses kultiviert, täglich angesprüht und wie alle anderen Orchideen regelmäßig gedüngt.

Die Arten dieser Gattung stammen aus Jamaika d.h. sie können sehr trocken, hell und heiss kultiviert werden. Die Blätter sind hellgrün zeigen also mit ihrer Färbung diese Herkunftsbedingungen an. Ganz junge Triebe neigen im Winter zum Ausfaulen. Wahrscheinlich aber nur unter nordeuropäischen Bedingungen.

Im Frühjahr bilden sich zunächst neue Wurzeln, später erscheinen die Neutriebe.

Broughtonia sanguinea var. aurea
Broughtonia sanguinea var. aurea

Dendrobium Arten aus Papua Neuguinea

In den 1980er Jahren habe ich schon einmal die kleinen Arten aus PNG kultiviert, Damals war Andreas Stockelbusch eine der wenigen Quellen, die Pflanzenqualität war schlecht, was aber nicht an Andres lag. Und entscheidend, die meisten Gärtner wussten auch nix über deren Kultur. So benötigen diese Dendrobium Arten ganz sauberes Wasser, kühle Temperaturen, dürfen nicht austrocknen, niemals. Und sie vertragen keinen Dünger, also keine 500-800 Mikrosiemens Dröhnung. Ich denke so 150 bis 300 Mikrosiemens ist ok, ich verwende OrchidFocus aus Großbritannien mit gutem Erfolg.

Sommer Monate sind eine Kulturherausforderung, wenn es nicht kühl ist keine Chance.

Und Achtung Schnecken, besonders große Nacktschnecken können in einer Nacht eine ganze Pflanze verspeisen.

Dendrobium cuthbersonii x sulawesi
Dendrobium cuthbersonii x sulawesi

Was hier zu sehen ist, ist eine schon etwas ältere Hybride, die in einigen Orchideengärtnereien verkauft wird. Kleine kompakte Pflanze mit echt großen langlebigen sehr farbigen Blüten.