Chilochista parishii eine blattlose Orchidee

Ich habe absolut keine Ahnung ob diese Pflanze überhaupt bei mir wächst, aber sie scheint zu leben, denn sie hat jetzt mit 7 Blütenrispen geblüht. Das Besondere: diese Pflanze hat keine Blätter, sie besteht nur aus Wurzeln und einem Wachstumskegel aus dem Wurzeln und Blütentriebe generiert werden.

Chilochista parishii

Die Pflanze kommt aus Thailand, Myanmar, Indien und Vietnam sie wurde 1988 von Seidenfaden für den englischen  Orchideenkenner Parish benannt, der zwischen 1852 und 1878 in Burma Orchideen sammelte. Pflanze kommt zwischen Meereshöhe und 700 m  in savannenartigen Wäldern vor. Sie sollte warm kultiviert werden. Ich habe sie von der Schwerter Orchideenzucht, welche sie wahrscheinlich aus Thailand importiert hat. Sie ist auf einem Holzbrett aufgewachsen, welches ich regelmäßig tauche.

Warum wachsen meine Orchideen eigentlich jetzt im Sommer nicht so richtig ?

Einige Bemerkungen zur Biologie der Orchideen

Tropische Orchideen stammen aus Gegenden mit ungefährer Tag- und Nachtgleiche, d.h. 12 Stunden steht Licht zur Verfügung und 12 Stunden kein Licht. Viele Orchideen der Tropen, wenn nicht sogar die meisten, benutzen für ihre Fotosynthese das sog. CAM Verfahren. Dabei wird während der Nacht Kohlenstoffdioxid in den Pflanzengeweben gespeichert und am Tag von den Chlorophyll-Molekülen in Zucker umgewandelt. Die Fotosynthese bei tropischen Orchideen beginnt bei ungefähr 1500 Lux und endet bei 50 000 Lux, wobei diese 1500 Lux den sogenannten Kompensationspunkt beschreiben. Ab diesem Wert (und darunter) übersteigt die Produktion des Zuckers seine Veratmung . Neben der Beleuchtung ist auch die Temperatur ein begrenzender Faktor: Oberhalb von 30°C finden sehr wahrscheinlich keine Stoffwechselprozesse in den Pflanzen mehr statt. Der erzeugte Zucker wird nachts veratmet, man kann auch sagen, verbrannt, um Energie für das Wachstum bereitzustellen. Dabei wird Sauerstoff verbraucht. Da aber in unseren Sommern noch bis fast 22 Uhr Beleuchtungsstärken von mindestens 1500 Lux herrschen und die Temperatur auch noch sehr hoch ist, kann die Veratmung nicht stattfinden, da die Spaltöffnungen nicht geöffnet werden, um Wasserverlust zu vermeiden. Ab ca. 5.00 Uhr ist es wieder hell, die Spaltöffnungen sind wieder geschlossen. Zwar wird Zucker produziert, aber an Wachstum ist nicht zu denken, denn die Pflanze ist ja mit Überleben beschäftigt. Erst wenn die Tage wieder kürzer werden und so langsam eine Tag und Nachtgleiche erreicht wird, kann die längere Dunkelphase zum Wachstum genutzt werden. Streng genommen wachsen unsere Orchideen im Dunkeln.

Übrigens:

Im Winter reicht bei den Kurztagen die Sonneneinstrahlung oft nicht aus, um genügend Zucker zu produzieren, und damit ist dann der Energiemangel der wachstumshemmende Faktor.

Nanodes medusae oder Epidendrum medusae

Eine der wirklich spektakulärsten Arten aus Südamerika ist Nanodes  medusae oder wie sie jetzt heißt Epidendrum medusae.

Ich habe sie vor vielen Jahren bei der Firma O&M in München gekauft, sie ist sogar einmal fast gestorben, aber jetzt hat sie nach Jahren der Erholung wieder einmal geblüht.

Sie wächst als Epiphyt in immerfeuchten Bergnebelwäldern in Ecuador in Höhenlagen zwischen 1800-2700m über NN. Sie hat auffällige, graugrüne, merkwürdig flach zusammengepresste Blätter und blüht endständig mit bis zu drei Blüten.

Sie wurde 1889 von Pfitzer beschrieben.

Kultur aufgebunden auf Korkeiche mit Sphagnumunterlage im Kalthaus, mäßig gedüngt. Blüht im Frühsommer. Sollte nach der Blüte an der Basis verzweigen, also neue Triebe entwickeln.

Dendrobium tiongii, was ist das ?

Kaum ein Dendrobium, welches in den vergangenen Jahren beschrieben wurde, hat bezüglich seines Namens schon soviel erlebt. Ursprünglich 2009  von der Arbeitsgruppe um Mark Clement in Australien in einer eigenen Gattung als Coelandria armeniaca platziert (übrigens im Orchideenjournal). Diese Arbeitsgruppe hat in den vergangenen 25 Jahren viele obskure Gattungen geschaffen, die allerdings nach der Revision der Gattung Dendrobium durch Schuiteman et al. 2010, alle wieder bei Dendrobium gelandet sind.  Wahrscheinlich ist es sowieso keine neue Art, sondern eine Varietät von Dendrobium bullenianum, welches schon 1862 von Reichenbach f. beschrieben wurde.

Ich hatte mir die Pflanze vor vielen Jahren als Dendrobium striatum gekauft, wobei in der Lippe Streifen zu sehen sein sollten, allerdings hat meine Pflanze einen roten Fleck.

Heute (seit 2010) trägt diese Pflanze den Namen Dendrobium tiongii, nach George Tiong, einem Freund von Jim Cootes. Sie kommt wohl auf Luzon und Mindanao in Höhen zwischen 500 bis 1000 m vor.

Kultur kleiner Topf, wasserdurchlässiges Substrat. Regelmäßig düngen, während der Wachstumszeit.

Dendrobium aggregatum, große Pflanze mit vielen Blüten.

Endlich bin ich bei der Kultur von einigen meiner Dendrobien da angekommen,  wo ich seit vielen Jahren hinwollte. Wie schon erwähnt, versuche ich seit Längerem mir etwas größere Pflanzen zuzulegen und nicht jede Orchidee um jeden Preis zu kaufen. Das zahlt sich jetzt aus, denn größere Exemplare blühen viel reichlicher. So auch diese hier gezeigte Dendrobium aggregatum, sie hat 14 große Rispen, die seit jetzt 3 Wochen blühen.

 

Kultur sehr hell im Winter im Kalthaus mit wenig Wasser, damit die Infloreszenzen entstehen können. Düngung während des Wachstums im Sommer mit Orchid Focus.

Pflanze kommt aus China, Indien, Laos, Vietnam und  Thailand Höhenlage 500 -1300 m über NN und wächst in laubabwerfenden Trockenwäldern. Sie wurde 1832 von Roxburgh beschrieben.

Dendrobium jenkinsii ein leuchtendes Kleinod

Viele Jahre lang habe ich versucht dieses Dendrobium aus China, Nepal, Bhutan und Laos zu kultivieren. Ich erstand sehr kleine maximal mit drei Vordertrieben versehene Stücke und habe sie wahrscheinlich auch falsch kultiviert. Seit einigen Jahren besitze ich relativ große Pflanzen, die aufgebunden auf Kork, Xaxim oder Ton im Kalthaus sehr hell aufgehängt sind. Sie werden im Winter alle drei Tage besprüht und einmal im Monat gedüngt. Im Sommer öfters. Vor der Blüte benötigen die Pflanzen eine Trockenzeit. Allerdings ist diese eine Gradwanderung, die Bulben sollten nicht schrumpfen. Sobald die Blütenstielen gut sichtbar sind ca. 2 cm lang, vorsichtig mit dem Sprühen beginnen.

Leider halten die kleinen strahlend gelben Blüten nur etwas über 10 Tage. Die Pflanze wurde von Wallich und Lindley 1839 beschrieben und kommt in Höhenlagen zwischen 700 bis 1500m Höhe in offenen Wäldern vor.

Coelogyne mooreana schön aber Platz raubend

Jetzt blüht sie wieder diese ausladend wachsende aber sehr groß blühende Coelogyne aus Vietnam, die schon 1907 von Rolfe beschrieben wurde und die in Höhenlagen von 1300 bis 2000m Höhe in Nebelwäldern vorkommt. Ich kultiviere sie kalt und einem großen Orchideenkorb mit sehr durchlässigem Substrat aus Rinde mit etwas Torf. Im Wachstum wird sie gedüngt damit große Bulben entstehen, die sind nämlich die Voraussetzung für Neutriebe mit Blütenansatz.

Coelogyne mooreana

18 neue Orchideenarten von Mindanao beschrieben

Im Onlinemagazin der Vereinigung Deutscher Orchideenfreunde  sind wieder einmal sehr spektakuläre Orchideenarten aus Mindanao/Philippinen veröffentlicht worden.

Siehe hierzu

http://orchideen-journal.de/permalink/OrchideenJournal_Vol6_2.pdf

Zum Beispiel auch eine sehr selten zu sehende blaue Bulbophyllum und eine sehr schöne neue Thrixspermum bellamabantae.

Bulbophyllum alboaligerum
Thrixspermum bellamabantae