Poroglossum eduardii schön aber nicht einfach

Dies Orchidee ist extrem selten und nach meiner Erfahrung auch extrem schwierig in der Kultur. Vor über 30 Jahren hat Günter Ludwig einmal eine Pflanze zur Bewertung durch die Deutsche Orchideengesellschaft vorgestellt und in Großbritannien hat Ellis Eyre ein bemerkenswertes Exemplar kultiviert. Ich habe ihm damals ein Stück davon abgekauft, welches mir Henry Oakeley mit nach Dresden zum Europäischen Orchideenkongress brachte. Dazu hat mir die Firma Mundiflora aus Ecuador ein Stückchen verkauft. Leider waren meine Kulturbemühungen nicht von Erfolg gekrönt. Allerdings hat das Stück aus England ein paar Jahre überlebt und hat auch geblüht. Gern erinnere ich das leuchtende Rot der kleinen Blüten.

Porroglossum eduardii

Wird in Kolumbien und Ecuador in Höhen von 1900 bis 2900 m gefunden. Ist also ein Bewohner nebliger Bergregenwälder, sollte als kühl kultiviert werden. Ist 1972 von Sweet zu Porroglossum gestellt worden,  zunächst allerdings  seit 1880 durch Reichenbach f.  war die Pflanze eine Masdevallia. Der Name bezieht sich auf Eduard Kalboch einen Pflanzensammler.

Isochilus linearis

Im Vorwort vom Orchideenjournal erwähnt:

Kommt in 300 bis 3900m Höhe in ganz Südamerika vor, mag hohe Luftfeuchte, etwas Schatten und kalte bis warme Kulturbedingungen. Wurde schon 1813 beschrieben.

Isochilus linearis

Ich kultiviere die Pflanze in grobem Substrat, sie hat jetzt das erste Mal geblüht, Die Triebe sind jung auf der ganzen Länge beblättert und blühen endständig, die Blüte halten etwas über 14 Tage.  Die Triebe sehen grasartig aus.

Maxillaria striata blüht mal wieder

Nach meiner Ecuadorreise vom Jahr 2009 war ich ziemlich fasziniert von südamerikanischen Orchideen, besonders weil sie sich in ihren  Blütenformen doch ziemlich von asiatischen Arten unterscheiden. Eine Neuerwerbung aus dieser Zeit ist Maxillaria striata, die ich damals blühend im Botanischen Garten von Quito gesehen hatte und die mich schon wegen der großen Blüten stark interessierte. Leider wird die Pflanze ebenfalls ziemlich ausladend. Ich kultiviere sie in grober Rinde im Holzkorb in der kalten Abteilung meines Gewächshauses. Dazu keine volle Sonne. IMG_4439

Die Pflanze kommt in den Anden in Peru, Ecuador und Kolumbien von ca. 700 bis 2200m Höhe vor.

Sie wurde von Rolfe beschrieben, wann ist mir im Moment nicht bekannt.

Dendrobium fytchianum schön aber schwierig?

Schon oft habe ich versucht dieses Dendrobium zu kultivieren. Ich erinnere mich, dass ich es mehrmals bei der Firma O&M gekauft habe und immer wieder lediglich 1-2 Jahre in der Kultur halten konnte. Die Pflanzen sind wahrscheinlich durch Pilzbefall oder zu niedrige Temperaturen im Winter abgestorben.

Dendrobium fytchianum
Dendrobium fytchianum

Mein letzter Versuch war eine Importpflanze der Schwerter Orchideenzucht, sie hat sogar geblüht (siehe Bild). Leider ist auch diese Pflanze im Orchideenhimmel gelandet.

Dendrobium fytchianum wurde 1864 von Bateman für einen englischen General benannt. Sie stammt aus Myanmar und Malaysia und wächst in Höhenlagen von 40-620m Höhe. Sie blüht endständig mit bis zu 15 Blüten, aber wahrscheinlich in dieser Fülle nur in der Natur.

Dendrobium agathodaemonis, eine Unterart von Dendrobium cuthbertsonii ?

Vor einigen Jahren habe ich anlässlich des Bewertungssommertreffens bei Franz Glanz eine tolle Pflanze von Dendrobium agathodaemonis fotografiert. Damals kannte ich Karl Stetter noch nicht und hatte auch keine Kenntnis davon, dass die hier abgebildete Pflanze eine besondere Rarität darstellt. Soweit ich unterrichtet bin wächst und gedeiht die Pflanze noch immer.

Dendrobium agathodaemonis
Dendrobium agathodaemonis

Ich habe Anfang der 2000er Jahre einmal Sämlinge davon aus England von Richard Warren bezogen, leider waren die sehr klein und sind schnell gestorben.

In den 1990er Jahren hat die Firma Kenntner Sämlinge verkauft und die Schwerter Orchideenzucht hatte oder hat kleine Pflänzchen davon, allerdings in der Farbe rosa.

Übrigens bei unserer Reise im Hochland von PNG im August 2016  haben wir diese Art oder Form nicht gefunden.

Odontoglossum hallii blüht im Sommer

Von meinem Orchideenfreund und  Odontoglossum Sammler erhielt ich vor vielen Jahren dieses stattliche Odontoglossum, welches heute ja auch den Gattungsnamen Oncidium trägt.

Die Pflanze wurde 1837 von Lindley beschrieben. Die Pflanze hat bei mir eigentlich immer eher im Herbst/Winter geblüht. Schon komisch, dass sie dieses Jahr mitten im Sommer blüht.

Odontoglossum hallii
Odontoglossum hallii

Die Pflanze stammt Kolumbien, Ecuador und Peru aus immer feuchten Nebelwäldern in Höhenlagen zwischen 1500-3000m über NN. Angeblich ist der Blütenstand bis 60 cm lang mit bis zu 20 Blüten. Bei mir hat er fünf Blüten und ist kürzer, kann aber an den heißen Tagen im Mai/Juni gelegen haben.

Kultur im Topf mit grobem Substrat sehr hell, Bulben haben dann eine  rötliche Färbung. In der Wachstumszeit der Triebe reichlich Wasser und auch Dünger geben. Düngeintervall wöchentlich. Blütenstände erscheinen aus den die Bulbe umgebenden Bulbenhüllblättern.

Was ist Dendrobium melianthum?

Ein australischer Freund hat mir vor längerer Zeit einen kleinen Ableger einer Orchidee überlassen, die diesen Namen trägt. Sie hat jetzt geblüht und die Blüte ist der Gruppe um Dendrobium mohlianum/dillonianum ähnlich. Leider bin ich mir immer noch nicht sicher über ihre Identität. Die Pflanze ist kleiner als z.B Dendrobium mohlianum (bei mir) und die Blüte ähnelt Dendrobium dillonianum.

Dendrobium melianthum
Dendrobium melianthum

Dendrobium Hybride mit leuchtenden Blüten

Vor längerer Zeit habe ich bei der Schwerter Orchideenzucht eine Dendrobiumhybride gekauft, bei der sich jetzt als sie blühte herausgestellt hat, dass es sich um Dendrobium sulawesiense x violaceum handelt. Eigentlich ist Dendrobium glomeratum der gültige Name des einen Kreuzungspartners. IMG_6369

Ich halte diese Pflanze in kleinem Topf seht hell und relativ warm.

Sie ist etwas blühfaul, was mir Guido Schöttler bestätigte. Er hat inzwischen recht große Exemplare in seiner Gärtnerei.

Bei mir ist die Pflanze anfällig für Spinnmilben und verliert dann schnell die schmalen, lanzettligen Blätter.

Es wäre schön wenn diese Hybride teichblühend und oft blühend wäre.

Dendrobium capituliflorum

Der Name bedeutet soviel wie kopfblütig. Ich habe vor fast 40 Jahren meine erste Pflanze bei Günter Ludwig gekauft für 70 Deutsche Mark, was für mich damals als Student viel Geld war. Später habe ich noch eine Pflanze in Australien bei Burleigh Park Orchid Nursery gekauft, diese hat jetzt wieder einmal geblüht.

Im vergangenen Jahr habe ich die Art in Papua Neuguinea an Standorten gefunden, die dauernd was Wasser umspült waren, zusammen mit Bulbophyllum phalaenopsis im sog. Tiefland Regenwald mit Tagestemperaturen deutlich über 30°C.

Dendrobium capituliflorum in PNG im Tieflandregenwald
Dendrobium capituliflorum in PNG im Tieflandregenwald

Dendrobium capituliflorum wurde von Rolfe für PNG schon 1901 beschrieben, sie hat kräftige Bulben mit in der Sonne rötlichen Blättern. Es geistern noch andere Namen umher z.B. D. ophioglossum und confusum aber wahrscheinlich ist auch für diese der Artname von Rolfe gültig.

Pflanzen am dauernassen Standort in PNG
Pflanzen am dauernassen Standort in PNG

Kultur warm und hell, aufgebunden und in der Wachstumszeit viel Wasser und Dünger.

Oncidium cebolleta die Lauchzwiebelorchidee

Oncidium cebolleta trägt heute den Namen Trichocentrum cebolleta. Sie wurde von Swartz schon 1800 für die amerikanischen Tropen, Mexiko bis Brasilien beschrieben. Sie kommt in Höhenlagen zwischen 150 bis 1700m Höhe xerophytisch vor (sie ist also an extremen Wassermangel angepasst).

Trichocentrum cebolleta
Trichocentrum cebolleta

Blätter peitschenartig, rund bis 75 cm lang, Blütenstand vielblütig am Neutrieb. Im Wachstum Wasser und Dünger, während der Ruhezeit völlig trocken. Ich kultiviere sie in einem kleinen Topf mit wenig Substrat.

Sie soll in den südamerikanischen Anden als halluzinierende Droge benutzt werden, wie ist mir nicht bekannt.

Oncidium cebolleta
Oncidium cebolleta

Lauchzwiebel habe ich mir gedacht, denn wie eine „echte“ Zwiebel sieht der Trieb wirklich nicht aus.