Dendrobium pinifolium Ridl.

Wenn man als Orchideensammler beginnt nur noch eine Gattung zu sammeln kommt es vor, dass man aus Gründen der Vollständigkeit der Sammlung auf einer Ausstellung auch mal etwas kauft, was  später gar nicht so schön blüht und eher umspektakulär ist.

Diese Orchidee habe ich einmal in Bad Salzuflen gekauft unter einem offenbar ganz falschem Namen.

Dendrobium pinifolium
Dendrobium pinifolium

Es hat sich heraus gestellt, es ist Dendrobium pinifolium aus Borneo, dies hat mir dankenswerter Weise Andre Schuiteman aus Kew bestimmt. D

Die Art wird im Topf mit viel Licht kultiviert, sie hat tatsächlich nadelförmige Blätter und blüht im Herbst entlang des gesamten Triebes aus den Nodien.

Miltonia Hybride Honolulu

Miltonia Honolulu ist eine Hybride aus Miltonia  Gayety x Miltonia  Anne Warne sie hat tief dunkellila Blüten, die zu mehreren an relativ kurzen Blütenständen stehen.

Miltonia Honululu
Miltonia Honululu

Ich habe dieses Pflanze schon mehrere Jahre, leider hat sich mein großes Exemplar durch Wassermangel verabschiedet. Erste kleine Teilstücke blühen jetzt wieder.

Kultur im Topf, grobes bis mittleres Rindensubstrat während des Wachstums düngen.

Sigmatostalix radicans

Seit vielen Jahren pflege ich eine kleine Orchidee, die entweder im Gittertopf mit grobem oder feinem Substrat oder aufgebunden gepflegt werden kann. Die Bulben sind nur ca. 2 cm hoch, Blätter dünn und bis 8 cm lang. Diese Orchidee blüht immer im September sehr zuverlässig und vermehrt sich gut.

Sigmatostalix radicans
Sigmatostalix radicans

Sigmatostalix radicans kommt aus Brasilien aus Höhen von 400m über NN. Sie wurde schon 1864 von Reichenbach beschrieben. Bekannt ist sie auch unter Ornithophora radicans und neuerdings Gomesa radicans ( seit irgendwelcher Genanalysen viel zu kleiner Regionen der Gesamt DNA der Pflanze).

Physan im Gießwasser?

Über die Verwendung von Physan im Gießwasser gibt es in der Literatur, im Netz und von Gärtnerseite verschiedene Auskünfte. Eine bedrohliche ist, die Pflanzen würden eine Wachstumshemmung erleiden. Eine weitere, da Physan auch gegen Moos wirkt, stirbt Sphagnum bei darauf aufgebundenen Orchideen ab.

Ich habe jetzt während der warmen Witterung wiederholt Probleme mit dem Gießwasser gehabt, seit einigen Wochen ist ein Auquarienbelüfter in der Wassertonne installiert. Trotzdem kommt es hin und wieder zu Bakterien- und Pilzinfektionen . Zum Beispiel Erwinia an cuthbertsonii Hybriden und wie schon früher hier geschrieben Fusarium an anderen Dendrobien (muss allerdings nicht aus dem Wasser stammen).

Habe vor drei Tagen Physan sogar unter der empfohlenen 3% Konzentration ins Gießwasser getan, und die enthaltenen Grünalgen schwammen nach einer Nacht tot  an der Oberfläche, wahrscheinlich ist das den Bakterien und Pilzen auch passiert. Wie lange die Wirkung anhält,  ist nicht bekannt.

 

Cattleya maxima blüht wieder

Eigentlich kann ich Cattleya Pflanzen nicht kultivieren. Ich vermute, weil ich es im Winter zu kalt habe in meinem Gewächshaus. Eine schöne Cattleya  hat sich aber doch in meine Sammlung verirrt.

Cattleya maxima
Cattleya maxima

Und zwar Cattleya maxima. Ich habe sie ursprünglich bei Ecuagenera gekauft und zwar unter dem weit verbreiteten Irrglauben es gäbe auch eine etwas kühle tolerante sog. Bergform. Inzwischen ist klar Cattleya maxima hat bezüglich ihrer Höhenverbreitung ein weites Spektrum und kommt von 10 bis 1500m über NN in  Venezuela, Kolumbien, Ecuador und Peru vor. Natürlich führt das zu unterschiedlichen Pflanzengestalten z.B. bezüglich der Wuchshöhen, rechtfertigt aber keine Formenunterscheidung.  Sie wurde von Lindley 1831 beschrieben. Sie wird sehr hell  in einem Wasserpflanzenkörbchen kultiviert  und in der Wachstumszeit regelmäßig gedüngt. Kann niedrige Temperaturen im Winter vertragen, allerdings dann ohne viel Wasser.

Neobenthamia gracilis eine wirklich ungewöhnliche Orchidee

Als ich Ende der 1980er Jahre erstmals regelmäßig zur Schwerter Orchideenzucht kam, standen gleich im ersten Haus hinten an der Wand schilf-artige, dünne Orchideenpflanzen. Sie sahen  Gräser an einem Teich aus. Bei einem späteren Besuch blühten diese Pflanzen mit ballartigen Blütenständen.

Dann habe ich diese Pflanzen aus den Augen verloren oder sie waren nicht mehr da.

Viele Jahre später anlässlich  einer Reise in die Schweiz vor einigen Jahren, habe ich Dora Gerhard im Berner Oberland besucht.Sie ist eine bekannte Orchideenspezialistin. Und sie hat mir eine Pflanze geschenkt. Inzwischen hat diese Triebe von 1,8 m Länge und blüht zum ersten Mal bei mir.IMG_3118Neobenthamia gracilis ist eine in Tansania endemische Erdorchidee(fragwürdig, es gibt auch Funde in Äthiopien ), sie wird im Topf mit grobem Orchideensubstrat kultiviert, kann ausreichend Dünger vertragen. Dazu bildet sie an den Trieben Kinder, die man abnehmen und eintopfen kann. Ich halte die Pflanze für blühfaul.

Inzwischen ist ihr Name Polystachia neobenthamia.

Bulbophyllum pecten-veneris

Vielen Orchideenliebhabern wird dieses kleine Bulbophyllum unter den Namen tingabarinum bekannt sein, der korrekte Name ist aber Bulbophyllum pecten-veneris. Die Art wurde 1974 von dem bekannten dänischen Diplomat und Orchideenforscher Gunnar  Seidenfaden beschrieben, kommt in Vietnam, Laos, Thailand und China vor, es gibt auch rein gelbe Farbformen.

Bulbophyllum pecten-veneris
Bulbophyllum pecten-veneris

Kultur aufgebunden oder im Topf, blüht bei guter Kultur mehrfach im Jahr.

Bulbophyllum thaiorum oder purpurifolium?

Als Mitte der 1990 Jahre der Norden Vietnams für Botaniker und andere Touristen wieder geöffnet wurde, kamen viele neue interessante Orchideenarten zunächst in die Hände der Orchideenbotaniker, die sich darin überboten schnell diese neuen Arten regelgerecht zu beschreiben. Ich nahm damals (1999)  auch an einem solchen Rennen teil. Bei der Beschreibung von Paphiopedilum vietnamense verlor ich dieses Rennen zusammen mit Karlheinz Senghas und unser Name Paphiopedilum hilmarii wurde Synonym, weil er 1 Woche zu spät veröffentlicht wurde.

160 B. purpurifolium

Im Zuge der Aufsehen erregenden Frauenschuhneufunde kam auch ein Bulbophyllum zu mir, welches ich bei der Firma deWilg in den Niederlanden erstand. Ich habe zwei Farbformen erstanden, eine dunkelrot blühende und eine, die nach unten in die Fortsätze der Blüten hellorange wird.

Aber das Besondere sie sind lilaroten Bullen und Blätter dieser Art, und deshalb auch der Name purpurifolium.

Bulbophyllum thaiorum
Bulbophyllum thaiorum

Allerdings handelt es sich bei der Art um eine alte Bekannte nämlich Bulbophyllum thaiorum, die schon 1912 von Smith für Thailand beschrieben wurde, sie soll auch in Myanmar, und Vietnam vorkommen in Höhen von 600 bis 2000m über NN.

Kultur aufgebunden auf Xaxim (bei mir), in der Wachstumszeit gut wässern und düngen; sie kann jahrelang aus der Basis  der  alten Bulben neue Blütenstiele generieren und mehrmals im Jahr blühen.

Ich danke Bill Thoms aus Florida für die Hilfe bei der Namensuche.

Phragmipedium x sedenii

In der Vergangenheit habe ich immer mal wieder versucht Phragmipedien zu kultivieren, leider mit mäßigem Erfolg. Durch eine konsequentere Düngung und mehr Licht kam jetzt ein älteres Exemplar von Phragmipedium sedenii zur Blüte.

IMG_3127

Diese Hybride aus Phragmipedim schlimii x longifolium ist in der Kultur weit verbreitet. Obwohl dieses  Rosa nicht unbedingt meine favorisierte Farbe bei Orchideen ist, gefällt es mir bei diesem südamerikanischen Frauenschuh gut.

Kultur im Topf in Rindensubstrat, regelmäßig düngen und hell kultivieren. Regelmäßig meint einmal pro Woche im Sommer im Winter alle vier Wochen.

 

Dendrobium cretaceum

Gestern konnte ich bei der Schwerter Orchideenzucht das Dendrobium cretaceum fotografieren, es hat eine interessante Lippenzeichnung und blüht an blattlosen Trieben, was ein Hinweis auf einen wechselfeuchten Regenwald  als Herkunftsort gibt.

Dendrobium cretaceum
Dendrobium cretaceum

 

Die Art ist in Asien weit verbreitet, und kommt in Höhenlagen von 700 – 1800 m über NN vor. Ihr korrekter Name ist Dendrobium polyanthum, sie wurde 1830 beschrieben. Allerdings ist von einer Bulbengröße von 1,25 cm die Rede und die Pflanzen bei den Schwertern haben deutlich längere Triebe. Außerdem soll sie konspezifisch mit Dendrobium primulinum sein. Meiner Meinung nach rechtfertigen aber Lippenzeichnung und Blütenfärbung den Artstatus.

Kulturerfahrungen habe ich keine, da es sich aber um eine Blatt abwerfende Art handelt, vermute ich gute Wasser und Düngerversorgung in der Wachstumsphase und eine trockenere kühlere Ruhezeit.