Eria ornata mit faszinierender Blüte

Diese Orchidee habe ich früher oft in Büchern gesehen und dann habe ich sie zunächst nie auf einer Ausstellung oder in einer Sammlung blühend entdeckt. Ich muss sie aber wohl vor einigen Jahren einmal in Schwerte gekauft haben. Sie hängt im Dachfirst vom Temperierten Abteil in einer Blumenampel die Triebe haben so eine Art Stolonen zwischen Bulbe und nächster Bulbe, sodass die Pflanze recht ausladend wirkt. Da sie nie geblüht hat, ist sie etwas in Vergessenheit geraten. Sie steht in Rindensubstrat, welches aber im Dachfirst immer völlig trocken ist, bzw. einmal am Tag kommt Wasser in den Topf, mal weniger mal mehr und ab und zu Dünger.

Eria ornata

Pflanze stammt aus Südostasien und ist dort weit verbreitet, wächst in niedrigen Bergwäldern in Höhen zwischen 300 bis 1500m Höhe. Soll mit allen Temperaturen zurecht kommen. Das scheint zu stimmen, sie verzeiht Pflegefehler. Beschrieben von Lindley 1830.

Triebe von Eria ornata

 

Die eigentlichen Blüten sitzen zwischen einer Art Hochblättern und sind sehr unscheinbar. Lediglich der Gesamtblütenstand wirkt.

Chilochista parishii eine blattlose Orchidee

Ich habe absolut keine Ahnung ob diese Pflanze überhaupt bei mir wächst, aber sie scheint zu leben, denn sie hat jetzt mit 7 Blütenrispen geblüht. Das Besondere: diese Pflanze hat keine Blätter, sie besteht nur aus Wurzeln und einem Wachstumskegel aus dem Wurzeln und Blütentriebe generiert werden.

Chilochista parishii

Die Pflanze kommt aus Thailand, Myanmar, Indien und Vietnam sie wurde 1988 von Seidenfaden für den englischen  Orchideenkenner Parish benannt, der zwischen 1852 und 1878 in Burma Orchideen sammelte. Pflanze kommt zwischen Meereshöhe und 700 m  in savannenartigen Wäldern vor. Sie sollte warm kultiviert werden. Ich habe sie von der Schwerter Orchideenzucht, welche sie wahrscheinlich aus Thailand importiert hat. Sie ist auf einem Holzbrett aufgewachsen, welches ich regelmäßig tauche.

Warum wachsen meine Orchideen eigentlich jetzt im Sommer nicht so richtig ?

Einige Bemerkungen zur Biologie der Orchideen

Tropische Orchideen stammen aus Gegenden mit ungefährer Tag- und Nachtgleiche, d.h. 12 Stunden steht Licht zur Verfügung und 12 Stunden kein Licht. Viele Orchideen der Tropen, wenn nicht sogar die meisten, benutzen für ihre Fotosynthese das sog. CAM Verfahren. Dabei wird während der Nacht Kohlenstoffdioxid in den Pflanzengeweben gespeichert und am Tag von den Chlorophyll-Molekülen in Zucker umgewandelt. Die Fotosynthese bei tropischen Orchideen beginnt bei ungefähr 1500 Lux und endet bei 50 000 Lux, wobei diese 1500 Lux den sogenannten Kompensationspunkt beschreiben. Ab diesem Wert (und darunter) übersteigt die Produktion des Zuckers seine Veratmung . Neben der Beleuchtung ist auch die Temperatur ein begrenzender Faktor: Oberhalb von 30°C finden sehr wahrscheinlich keine Stoffwechselprozesse in den Pflanzen mehr statt. Der erzeugte Zucker wird nachts veratmet, man kann auch sagen, verbrannt, um Energie für das Wachstum bereitzustellen. Dabei wird Sauerstoff verbraucht. Da aber in unseren Sommern noch bis fast 22 Uhr Beleuchtungsstärken von mindestens 1500 Lux herrschen und die Temperatur auch noch sehr hoch ist, kann die Veratmung nicht stattfinden, da die Spaltöffnungen nicht geöffnet werden, um Wasserverlust zu vermeiden. Ab ca. 5.00 Uhr ist es wieder hell, die Spaltöffnungen sind wieder geschlossen. Zwar wird Zucker produziert, aber an Wachstum ist nicht zu denken, denn die Pflanze ist ja mit Überleben beschäftigt. Erst wenn die Tage wieder kürzer werden und so langsam eine Tag und Nachtgleiche erreicht wird, kann die längere Dunkelphase zum Wachstum genutzt werden. Streng genommen wachsen unsere Orchideen im Dunkeln.

Übrigens:

Im Winter reicht bei den Kurztagen die Sonneneinstrahlung oft nicht aus, um genügend Zucker zu produzieren, und damit ist dann der Energiemangel der wachstumshemmende Faktor.