Dendrobium mohlianum

Vor über 10 Jahren hat mich ein Orchideenfreund aus Neuseeland anlässlich der Orchideenschau in Bad Salzuflen besucht. Sein Name ist Ron Maunder, er kultiviert in Neuseeland Disas. Er vertrat damals die Firma L&R Orchids aus Neuseeland, die in den 1990er Jahren auch in Deutschland mit ihren Nachzuchten von seltenen Naturformen bekannt wurden.

Dendrobium mohlianum
Dendrobium mohlianum

Aber eigentlich wurde ich mit Ron über eine Aufsehen erregende Dendrobium Art  bekannt. Er hatte sie in den 1980er Jahren auf Vanuatu selbst gesammelt und er besaß bzw. besitzt einige großartige Klone davon. Das besondere, sie haben eine fast blaue Lippe. Diese Pflanzen brachte er damals mit nach Salzuflen und die Firmen Curling und Orchids &More erhielten Pflanzen davon. Auch z.B. Franz Glanz und Burghard Holm, die sie zu Zuchtzwecken nutzen wollten. Die Pflanze bei Glanz ist sehr groß geworden und hat inzwischen viele Auszeichnungen gewonnen. Denn anders als ich kann Franz Glanz diese Pflanze warm kultivieren.

Dendrobium mohlianum
Dendrobium mohlianum

Meine Pflanzen sind kleiner, aber seit ich sie mehr dünge und regelmäßiger wässere, wachsen sie besser.

Die Pflanze kommt wie gesagt auf Vanuatu, Fidschi, Samoa und auf den Salomonen in  Berg- und Nebelwäldern bis 3100 m Höhe vor, für gewöhnlich allerdings zwischen 1500-2300m Höhe ( Ron hat die Pflanzen in ca. 400m Höhe gesammelt). Sie wurde 1862 von Reichenbach beschrieben. Benannt nach Mohl einem deutschen Botaniker aus den 1800er Jahren. Pflanze hat lanzettige Blätter an bis über 1 m langen Trieben. Sie kann an geblätterten Trieben blühen, tut dies zumeist aber an blattlosen.

Blütezeit Winter bis früher Frühling, sie löst bei mir immer die Coelogyne cristata ab. Und erst seit ich sie nicht mehr im Topf kultiviere, hat sie größere Überlebenschancen.

Bulbophyllum Elisabeth Ann „Buckleberry“

Bulbophyllum Ann "Buckleberry "
Bulbophyllum Ann „Buckleberry „

Dies ist eine der schönsten Bulbophyllum Hybriden. Sie wächst gut ob aufgebunden auf Weinreben oder Korkeichenstücken aber auch im Topf. Sie mag es etwas wärmer, hell und blüht regelmäßig. Sie ist aus Bulbophyllum longissimum x rothschildianum entstanden. Wurde 1969 von J. Chambers in London auf der Sanders List of Orchid Hybrids angemeldet. Ich habe mehrere Exemplare, teils Geschenke, teils als Bulbophyllum rothschildianum gekauft. Denn leider ist im nicht blühenden Zustand eine Unterscheidung von der Art nicht möglich. Die Anführungszeichen deuten darauf hin, dass Buckleberry ein prämierter Klon ist. Also irgendwo auf der Welt einmal eine erste Medaille erhalten hat. Ob allerdings alle „Buckleberry“ wirklich Nachkommen von dieser Pflanze sind, muss oder darf angezweifelt werden.

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Coelogyne lentiginosa, eine interessante Coelogyne

Vor vielen Jahren (ca. 15)  hatte ich einmal eine wirklich interessant ausschauende Coelogyne auf einem Ausstellungsstand der Firma Röhl gesehen. Sie hatte grüngelbe Blüten und eine mehr oder weniger rote Lippe. Zu der damaligen Zeit hatte irgendwie kein Händler diese Pflanze im Angebot, was bedeutete, wie so oft im Leben eines Orchideenmenschen, warten. Vor vier Jahren war ich zufällig wieder einmal in Soest Paradiese und besuchte die Gärtnerei Röhl. Groß war meine Freude, Jens Röhl erinnerte sich daran, dass ich gern ein Stück von besagter Orchidee haben wollte; ja er schenkte es mir sogar.

Coelogyne lentiginosa
Coelogyne lentiginosa

Immer im Februar/März blüht diese Coelogyne lentiginosa jetzt auch bei mir. Sie wurde von Lindley schon 1852 für Myanmar, Vietnam und Thailand für Standorte von 500-1300m Höhe in halbtrockenen Savannenwäldern und Monsun abhängige  Tieflandwälder beschrieben. Die Infloreszenz hat mit zu 5 Blüten, die zusammen mit der neuen Pseudobulbe erscheinen. Sie duften.

Kultiviert wird die Pflanze im Topf,sehr hell, nach der Blüte wächst nach kurzer Ruhe die neue Bulbe weiter ist dann dankbar für regelmäßige Wasser und Düngergaben.

Coelogyne cristata

Jedes Jahr ab Mitte Januar blühen bei mir diese Coelogynen und jedes Jahr ist es ähnlich, manchmal fragen mich Besucher nach meiner Lieblingsorchidee. Und immer wenn Coelogyne cristata blüht denke ich, ja dies ist eine meiner Lieblingsorchideen. Die Pflanzen von Coelogyne cristata werden mit den Jahren sehr groß, aber diese großen Exemplare haben dann sehr viele Blüten. Ich pflege diese Pflanzen im Topf oder Korb, hier muss ich schon von Korb sprechen, denn ich verwende Körbe mit Kantenlängen über 30 cm. Daraus folgt, die Pflanzen werden auch noch recht schwer mit den Jahren. Wie oben gesagt, Blüte im Winter, dann Ruhezeit und am Mai kommen die Neutriebe, diese sind dankbar für Düngung, ruhig stickstoffbetont. Dann im Spätherbst sobald an den neuen Bulben die Blütentriebe erscheinen den Dünger Richtung Phosphor und Kali umstellen, von Ende Oktober bis Anfang Januar ruhen die Blütenansätze. Temperaturführung temperiert, kalt oder auch warm. Blütenansätze erfolgen aber eher beim Einhalten einer kühleren Ruhezeit. Und nach dem Umpflanzen blühen diese Orchideen nicht. Dazu finde ich, anders als oft behauptet, ist dies ganz bestimmt keine Anfängerorchidee.

Coelogyne cristata wurde von Lindley 1821 für den westlichen und östlichen Himalaya beschrieben, kommt in Nepal, Sikkim, Bhutan und Java vor. Höhenlagen von 1500-2600 m über NN. Die Bulben sind eiförmig oder kugelig  und haben zwei lanzettförmig drei bis 10 nervige Blätter, die zwei Jahre oder länger  an der Bulbe bleiben.

Coelogyne cristata
Coelogyne cristata

Der Name cristata bezieht sich auf die Kiele der Lippe und bedeutet Kamm oder Krone oder Kranz.

Früher umgab diese Orchidee eine Legende sie würde in Indien im Volksmund als „Hohles Weib“ Orchidee bezeichnet, bezogen auf die im Alter runzelig werdenden Bulben.

Oncidium Tiny Twinkle in dunkelgelb

Onc. Tiny Twinkle
Onc. Tiny Twinkle

Dieses Oncidium ist eine Kreuzung von Onc. cheirophorum x ornithorynchum ( sotoanum) Die hellgelben und vor ein paart Jahren auch die fast roten Exemplare davon wurden und werden regelmäßig im Herbst angeboten, leider duften die wenigsten, entgegen der Ankündigung beim Klonnamen wie „fragrance fantasy“ . Ganz im Gegensatz zu Onc. ornithorychum. Die hier gezeigte dunkelgelbe Kreuzung stammt aus einem Baumarkt und war ein sehr schwaches Pflänzchen. Jetzt blüht sie das erste Mal seit 3 Jahren. Sie wird im Topf mit Rindensubstrat gepflegt, darf möglichst nicht austrocknen. Sie ist dankbar für Düngung.

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Dendrobium amethystoglossum von den Philippinen

Das amethystfarbene Dendrobium befindet sich schon viele Jahre in meiner Sammlung. Es blüht immer im Januar-März je nach Sonnenschein. Es sollte wahrscheinlich etwas wärmer kultiviert werden, denn bei mir wächst es besonderes in kühleren Sommern schlecht. Die Orchidee wird im Topf kultiviert, in Rindensubstrat, welches nicht austrocknen darf. Gedüngt wie bei vielen Dendrobien im Wachstum mit der üblichen Konzentration.

Dendrobium amethystoglossum
Dendrobium amethystoglossum

Die Art wurde 1872 von Reichenbach f. für die Insel Luzon auf den Philippinen beschrieben. Höhenlagen bis 1400m Höhe auf  moosigen Kalkhängen. Die Triebe sind im ersten Jahr dicht geblättert und sie blühen aus den Podien am oberen Ende. Auch alte Bulben können die traubenförmigen Blütenstände, die aus bis zu 20 Einzelblüten bestehen,  entwickeln.

Bulbophyllum wendlandianum früh im Jahr

Nach Bulbophyllum ambrosia blüht unter meinen Bedingungen immer schon Ende Januar das Bulbophyllum wendlandianum. Es wurde 1900 von Kraenzlin für Nordmyanmar und Thailand als Epiphyt und Lithophyt in Höhenlagen von 200-2000m  beschrieben. Der Name bezieht sich auf einen Orchideensammler, der im 19.Jahrhundert in Mexiko Orchideen sammelte.  Die Pflanze hat kugelige, eiförmige, gelbfarbene  Bulben (getrennt durch ein ungefähr 4 cm langes Internodium) und ein lanzettiges Blatt, die Blüten bilden, wie bei den Cirrhopetaloides üblich, ein Schirmchen aus bis zu sieben Einzelblüten. Kultur: Aufgebunden ohne Unterlage, täglich oder alle zwei Tage ansprühen, regelmäßig düngen.

Bulbophyllum wendlandianum
Bulbophyllum wendlandianum

Dendrobium fimbriatum var. oculatum – das Fransenlippen Dendrobium

Dendrobium fimbriatum var. oculatum
Dendrobium fimbriatum var. oculatum

Dieses Dendrobium kommt in ganz Südostasien vor in  Südchina, Assam Indien, Myanmar, Thailand, Malaysia, Laos und  Vietnam. Höhenlage 800-2400 m in feuchten, moosigen Koniferen Wäldern. Es wurde 1823 von Hooker beschrieben, die Unterart var. oculatum (hat einen fast schwarzen Lippenfleck und ist häufiger in Kultur)) wurde 1891 von Kuntze beschrieben. Die Pflanzen werden sehr groß und ausladend: Triebe bis 120cm mit vielen lanzettigen Blättern. Blüten erscheinen zu 6 bis 15 am oberen Ende der ausgereiften Triebe im März, aber die Pflanze kann immer wieder einmal Blütentriebe entwickeln, sobald sich im Jahresverlauf das Wetter ändert. Ich kultiviere die Pflanze kalt, sie kann aber auch warm oder temperiert gehalten werden. Habe sie in einem Topf in Rindensubstrat, sie wird regelmäßig gedüngt.

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Dendrobium prenticei

Anfang der 1990er Jahre habe ich anlässlich einer Reise nach Australien bei der Burleigh Park Orchid Nursery australische Orchideen mit Papieren gekauft und sie dann nach Deutschland geschickt, einige davon leben heute noch in meiner Sammlung.

Dendrobium perenticei
Dendrobium perenticei

Eine dieser Orchideen war Dendrobium prenticei, welches mehrmals im Jahr blühen kann, welches allerdings sehr kleine Blüten hat, die nur wenige Millimeter groß sind. Die Pflanze wächst auf einer Korkrindenunterlage und benötigt aufgrund ihres sukkulenten Wuchses fast nur Luftfeuchtigkeit, Düngung verträgt sie nicht so gut, deshalb spüle ich die normal verwendete Düngelösung von ca, 500 Mikrosiemens nach zwei Stunden Einwirkung wieder ab oder ich verwende eine verdünnte Lösung wie z.B bei Dendrobium cuthbertsonii. Die Pflanze kommt in den Gipfeln von Regenwäldern im Nordosten von Australien in praller Sonne vor. Sie blüht normalerweise wie auch jetzt in unserem Winter also umaustralischen Sommer, die Blüten erscheinen aus den Rhizomen unterhalb des Blattes. Diese Wuchsform ist mit ein Grund warum sie von Brieger 1981 zur Gattung Dockrilla gestellt wurde, inzwischen ist sie allerdings wieder ein Dendrobium, welches erst 1938 von Nichols beschrieben worden war.

Bulbophyllum ambrosia

Wenn Bulbophyllum ambrosia blüht und das tut sie immer im Winter, wird man, ohne dass man sie sieht, im Gewächshaus von ihrem Duft empfangen.

15 B. ambrosia

Sie stammt aus Vietnam und kommt auch in verschiedenen Provinzen von China vor z.B.  in Fujian, Guandong, Hainan, Yunnan und Hongkong. Sie wächst auf Bäumen, welche auf Kalkfelsengrund stehen, kommt in Höhen zwischen 300m und 1300m vor. Sie blüht im Winter und kann von warm bis kalt kultiviert werden. Sie verzweigt sich sehr schnell; ob sie für Vitrinenkultur geeignet ist, vermag ich nicht zu beantworten. Sie ist in der Pflege aber sehr anspruchslos,  bis auf die Blüten, die manchmal von Blattläusen besucht werden.  Der Duft kann als süßlich bezeichnet werden, gemessen an anderen Bulbophyllumdüften finde ich diesen durchaus wohlriechend.