Bulbophyllum lindleyanum selten in Kultur

Ich habe einen Orchideenfreund, der mich seit vielen Jahren regelmäßig mit Bulbophyllum Pflanzen versorgt, denn Bulbophyllen sind neben den Dendrobien eine weitere Gattung, die mich sehr fasziniert. Vor ungefähr 5 Jahren hat er mir einen kleinen Ableger dieser Art verehrt und dieser blüht regelmäßig. Im Sortiment der Schwerter Orchideenzucht habe ich die Pflanze vor Weihnachten 2015 auch entdeckt.

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Die Pflanze stammt aus Indien, Thailand und Myanmar und kann warm bis kalt kultiviert werden, sie soll im Winter blühen. Bei mir blüht sie zweimal, also auch im Sommer. William Griffith beschrieb sie  1851 zu Ehren von Lindley (englischer Botaniker).

Ich kultiviere sie ohne Substrat auf einer Kokosunterlage, bei zu kühlen Temperaturen und gleichzeitig nassem Neutrieb, kann dieser faulen. Aber das ist eigentlich bei Orchideenliebhabern kein echtes Geheimnis.

Eine sehr seltene Orchidee, die Appendicula malindangensis, blüht

Wenn man schon über 40 Jahre Orchideen sammelt, kommt es eher selten vor, dass man eine Orchidee noch nie gesehen hat. Es sei denn, es ist eine neu entdeckte. Das jetzt wieder blühende Appendicula malindangensis habe ich vor einigen Jahren im Sortiment der Schwerter Orchideenzucht entdeckt und zu meinem Glück auch gekauft. Denn inzwischen ist sie vom Markt verschwunden.

Appendicula malindangensis
Appendicula malindangensis
Appendicula malindangensis
Appendicula malindangensis

Schlechter hat diese Art in 1912 von Podochilus in Appendicula überführt. Sie ist für die Philippinen auf den Inseln Negros und Mindanao beschrieben und wächst bis auf Höhen von 1600 m Höhe als Epiphyt.

 

Ich kultiviere die Pflanze in einem kleinen Tröpfchen im Moment noch in Sphagnum. Sie entwickelt jährlich 1-2 Neutriebe, die bei mir bis 40 cm lang werden (laut Literatur 80cm). Sie ist temperiert untergebracht und wird regelmäßig auch über die Blätter gedüngt. Die sehr kurzen Blütenstände (bis 3 cm) erscheinen auch an den alten Trieben und haben zahlreiche (bis 10) kleine, blaue Blüten. Und das ist das Besondere, sie ist blau. Blaue Orchideen sind für viele Sammler von besonderer Faszination. In diesem Fall ist die Pflanze dazu extrem selten. Es bleibt zu hoffen, dass sie bald über neue Nachzuchten im Handel erhältlich sein wird.

Neutrieb von Appendicula malindangensis
Neutrieb von Appendicula malindangensis

Literatur: Philippine Native Orchid species von Jim Cootes. Ich kann dieses Nachschlagewerk nur empfehlen, da es von allen Orchideenbüchern über die Philippinen, die ich besitze,  das vollständigste ist.

Dendrobium x suffusum aus Australien

Normalerweise kennt man  das Dendrobium delicatum eine Verwandte von Dendrobium kingianum bei uns in den Kulturen. Nicht immer ist dieses Dendrobium delicatum so blühwillig. Bei Dendrobiumsuffusum ist dies anders. Diese Pflanze ist sehr blühwillig und sie besitzt  einen betörenden Duft. Sie soll eine Naturhybride sein zwischen Dendrobium kingianum x gracilicaule.

Dendrobium x suffusum
Dendrobium x suffusum

Wahrscheinlich ist die hier abgebildete Pflanze   das Produkt züchterischer Bemühungen und deshalb sind  Hybriden ihre Eltern. Denn die Pflanze wächst üppig, verträgt viel Dünger und verzeiht auch Kulturfehler. Ihr Vorteil sie blüht zuverlässig.

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Orchideen in Schwerte mitten im Winter

Heute war ich zum ersten Mal dieses Jahr in Schwerte und habe gesehen, was der Vorteil einer Gärtnerei im Winter ist. ….IMG_3864 IMG_3842IMG_3854IMG_3845IMG_3839 IMG_3843 IMG_3857 Klar auch ich habe die eine oder andere Orchidee blühen. Aber in Schwerte blühen viele Orchideen, da die trüben Wintertage mit Beleuchtung ausgeglichen werden. Ich habe auch an sonnigen Tagen auf meinem Lichtmessgerät den kleinsten möglichen Wert, die Pflanzen und die Blütenstiele wachsen in Zeitlupe. Nicht so in Schwerte, da ist es warm und die Orchideen wachsen und blühen fast wie im Sommer.

Laelia furfuracea

Seit jetzt fast 10 Jahren habe ich diese schwierig zu haltende Orchidee. Sie ist ohne Substrat auf Korkeiche aufgebunden, hat so gut wie keine Wurzeln, treibt aus zwei Achsen jedes Jahr abwechselnd einen Neutrieb und blüht oft nur jedes 2. Jahr.

Die Pflanze stammt aus Mexiko aus Höhenlagen bis 3000m Höhe und wird als kalt bis kühl zu kultivieren angegeben. Vielleicht habe ich sie nur deshalb noch.

Laelia furfuracea
Laelia furfuracea

Sie wurde von Lindley 1839 beschrieben, die Blüten sind etwa 8 cm groß. Sie fängt nach der Blüte immer recht spät mit dem Austrieb an, Mitte des Sommers und leider wird meine Pflanze hinten weniger und hat vorne jeweils einen Bulb Zuwachs, dass bedeutet sie bleibt immer gleich. Sie wächst schlecht, jedenfalls mein Exemplar  bzw. unter meinen Bedingungen.

 

Campanulorchis globilifera oder Eria globilifera

Seit vielen Jahren pflege ich diese schnell wachsende Orchidee, die aufgebunden mit relativ wenig Licht unten im Gewächshaus hängt. Sie blüht immer regelmäßig zur Jahreswende. Sie erhält relativ wenig Wasser und wird eher unregelmäßig gedüngt. Trotzdem wird sie immer größer.

Campanulorchis globilifera
Campanulorchis globilifera

Sie kommt aus Vietnam und  in Tieflandregenwäldern oder Hochlandregenwäldern bis 2200m Höhe vor. Man kann sie also kalt bis warm kultivieren.

Beschrieben wurde sie von Rolfe 1905 als Eria globilifera und von Brieger 1981 als Campanulorchis globilefera. Wohl wegen ihres an Glockenblumen erinnernden Blütenbaues. Charakteristisch finde ich ihren wolligen Blütenstiel.

Pleurothallis truncata, orange kleine Kügelchen

Nach meiner Ekuadorreise begann ich südamerikanische Orchideen zu sammeln. Mit mäßigem Erfolg, da zum Beispiel Telipogonarten inzwischen im Orchideenhimmel sind. Dies passierte immer während der Urlaubsvertretung, denn solche Arten benötigen intensive tägliche Pflege. Eine Überlebende aus dieser Zeit ist aber Pleurothallis truncata, sie stammt aus Ekuador von Höhen zwischen 1700 und 3000m Höhe. Deshalb hat sie bei mir auch überlebt, denn ich habe es eher kühl im Winter. Ursprünglich habe ich diese Orchidee von Hans Joachim Sandhagen erhalten, er ist ein Kenner und Sammler südamerikanischer Orchideen. Er schenkte mir vor vielen Jahren einen Ableger. Inzwischen ist die Pflanze groß, wird in einem Hängetopf kultiviert. Verträgt meine Düngung mit Orchidfocus in einer Konzentration von ungefähr 560 Mikrosiemens einmal in der Woche, allerdings nicht direkt auf den Neutrieben, welche sehr fein austreiben (dafür ist die Düngelösung dann doch zu stark). Anfällig ist sie beim Austreiben auch für Blattläuse. Sie blüht jetzt obwohl fast kein Licht vorhanden ist und bildet auch Neutriebe aus. Die Blüten sind fast nicht geöffnet und sehen auf den ersten Blick wie kleine Kügelchen aus.

Pleurothallis truncata
Pleurothallis truncata

 

Beschrieben wurde sie schon 1836 von Lindley, 1891 von Kuntze als Humboldtia truncata und von Schlechter 1915 als Pleurothallis corazonica. 

Coelia bella blüht immer Weihnachten

Als Andreas Stockelbusch, den ich seit meiner Kindheit kenne, weil wir bei Kassel fast nebeneinander gewohnt haben und weil wir in den späten 1970er Jahren zusammen sehr erfolgreiche Ausstellungen (20 000 Besucher) in der Orangerie des Aueparks durchführten, noch seine Gärtnerei in Fuhrberg bei Hannover hatte, habe ich dort Coelia bella gekauft. Eine Pflanze mit kugeligen Bulben, 15 cm langen, schmalen Blättern die in Mexiko, Guatemala und Honduras bis 1500m Höhe vorkommt. Blüten sind ca. 5 cm groß und erscheinen zu mehreren.  Die Beschreibung erfolgte 1861 durch Reichenbach.

Coelia bella
Coelia bella

Sie wird leicht schattig kultiviert, Neutriebe erscheinen im Frühling, Blüten um Weihnachten, leider sind sie nicht so lange haltbar und bekommen sehr schnell braune Stellen. Pflanze verträgt kräftige Düngung. Sie steht im Topf in groben Substrat.

Coelia bella
Coelia bella