Neue Arten online beschrieben

Obwohl es die Vereinigung der deutschen Orchideenfreunde gar nicht mehr offiziell gibt, werden auch in Zukunft immer mal wieder neue Arten beschrieben. Das hat damit zu tun, dass sie bei der Vereinigung relativ zügig erscheinen und die Autoren nicht monatelang warten müssen.

In der neuesten Onlineausgabe sind sieben Zoothropion Arten aus Südamerika und eine neue Angraecum Art aus Madagaskar beschrieben.

http://orchideen-journal.de/permalink/OrchideenJournal_Vol11_1.pdf

 

Coelogyne lentiginosa

Diese Coelogyne, sie blüht jetzt,  stammt zum Beispiel aus Myanmar aus Höhen von bis zu 1300 m  und wurde 1852 von Lindley beschrieben. Hat ziemlich schöne Blüten und blüht sonst immer erst im März. Sie wird sehr hell kultiviert und in der Wachstumszeit regelmäßig gedüngt und mit viel Wasser versorgt. Kann kühl oder temperiert gehalten werden.  Bei guter Versorgung mit Wasser und Dünger sowie regelmäßigem Umpflanzen in gutes Rindensubstrat, kann die Pflanze sehr schnell stattliche Ausmaße errreichen.

Coelogyne lentiginosa

Dendrochilum tenellum

Als es vor vielen Jahren noch die Salzufler Orchideenschau gab, habe ich eine mit nadelförmigen Blättern wachsende kleine Orchidee gekauft, angeblich ein Dendrobium. Es hat sich aber herausgestellt, es war ein Dendrochilum, welches seit Neustem sogar eine Coelogyne ist. Oder war das umgekehrt.

Die Pflanze jedenfalls blüht mit ganz kleinen rispenartigen Blüten, die entlang der Blätter gebildet werden. Also offenbar auch an älteren Bulben, soweit sie noch grün sind und nicht braun abgestorben. Ein kleiner Topf mit Rindensubstrat reicht völlig aus. Die Wasserversorgung ist egal, auch längere Trockenphasen werden überlebt.

Dendrochilum tenellum

Extrem selten Dendrobium subclausum var. pandanicula

Vor einigen Jahre habe ich mir anläßlich meines Geburtstages einen langen Vormittag in der Schwerter Orchideengärtnerei gegönnt und obwohl ich dort recht häufig bin, achte ich meist auf neu eingetroffene bzw. dort nachgezogene Dendrobium Orchideen. An einer sehr schattigen Wand im unteren Gewächshaus hing wohl seit Jahren das oben erwähnte Dendrobium. Es wurde 1986 von J.J. Wood nach einer Aufsammlung von Reeves beschrieben. Leider ist der Fundort unbekannt, sodass keine Klimadaten anwendbar sind. Ich vermute aber es ist eine Hochlandart. Während meiner Reise ins PNG-Hochland im Jahr 2016 habe diese Farbform nicht blühend gefunden.

 

Bei mir wird die Pflanze auf einem Stück Ton der Schwerter Orchideenzucht kultiviert, der ursprüngliche Moosballen ist ziemlich verrottet und völlig von Wurzeln durchzogen. Die Pflanze wächst gut wird immer angesprüht und regelmäßig getaucht. Sie hängt sehr hell.

 

 

Dendrobium amethystoglossum noch einmal

Ich habe von dieser tollen Orchidee gestern noch einmal eine neue Nahaufnahme angefertigt. Darauf ist viel besser zu sehen, warum die Pflanze zu Recht ihren Namen trägt. Das amethysfarbene Dendrobium. In der Sonne glitzern die Blüten, ein spektakulärer Anblick. Ich hoffe, dass ich die Pflanze nach der Blüte und nach dem Umtopfen endlich zu Neutrieben ermuntern kann.

Osmoglossum pulchellum bzw. Cuitlauzina pulchella

Offenbar trät diese alte Bekannte aus Südamerika seit einiger Zeit den Namen der Gattung Cuitlauzina. Die Pflanze wurde 1922 von Schlechter für Mexico, Guatemala, Nicaragua und Costa Rica beschrieben. Sie stammt aus Bergwäldern in Höhen zwischen 1200 bis 2600 m. Kommt also im temperiertem Abteil des Gewächshauses gut zurecht. Ich kultiviere sie im Topf in Rindensubstrat. Sie bildet ihre Blütenstände zusammen mit dem Neutrieb. Regelmäßige Düngung fördert das Triebwachstum und damit die Bulbengröße. Je größer die Bulben um so sicherer ist beim folgenden Neuaustrieb die Blüte. Aber das ist ja eine bekannte Binsenweisheit.

 

Dendrobium x delicatum aus Australien

Irgendwann sind Pflanzen dieser australischen Art in meine Sammlung gelangt. Mir war nicht klar, dass diese sehr groß werden können. Da ich meine Sammlung aus Kostengründen jetzt in nur noch einem Abteil meines Gewächshauses pflege, ist es im Winter dort sehr eng. Ich habe deshalb meine Exemplare dieser Art in mein ungeheiztes Arbeitszimmer gestellt. Dort haben sie jetzt geblüht und verströmen ihren etwas aufdringlichen Duft im gesamten Haus.

Pflanze ist eine Naturhybride aus D. kingianum x D. tarberi, sie wurde 1902 von Bailey beschrieben. Pflanze stammt aus New South Wales und Queensland in Australien, sie wächst auf steinigen Untergründen und hat bis 40 cm lange Triebe. Die Endständigen Infloreszenzen haben 10 bis 30 Blüten, die weiß sind und stark duften.

Kultur in größerem Topf mit sehr durchlässigem Rindensubstrat, während des Wachstums, bei uns im Sommer, intensiv mit Wasser versorgen und düngen.

Dendrobium x delicatum

 

Dendrobium amethystoglossum

Pflanze stammt aus dem Betrieb Röllke jetzt Ecuagenera. Habe sie vor einigen Jahren dort gekauft. Sie hängt sehr hell im Giebel vom Gewächshaus. Sitzt noch im ursprünglichen Subtrat aus Rinde. Leider hat sie seit jetzt zwei Jahren keinen Neutrieb mehr erzeugt. Sie blüht aus den alten Bulben an deren oberen Ende. Ich vermute der Mangel an weiteren Bulben kann mit zu niederigen Temperaturen besonders im Winter erklärt werden. Eine regelmäßige Düngung hat bei mir jetzt viele Blütentriebe erzeugt.

Dendrobium amethystoglossum

 

Pflanze stammt von der Insel Luzon in den Philippinen. Höhenlage 1400m. Sie wurde von Reichenbach 1872 beschrieben.

Gelbe Oncidium soteanum Hybride

Vor  einigen Jahren waren in Orchideengärtnereien und Gartencentern die roten und blass rosa gefärbten Oncidium soteanum Hybriden, die aus einer Kreuzung mit Oncidium cheirophorum stammen, sehr beliebt. Inzwischen scheint der niederländische Produzent nicht mehr zu existiren, denn sie sind völlig vom Markt verschwunden. Damals hatte ich in einer Charge dieser Hybride eine dunkelgelb blühende Pflanze entdeckt, die jetzt wieder blüht.

Onc. Tiny Twinkle