Tokyo Dome Orchideen Ausstellung 2019

Seit mehr als 25 Jahren träumte ich davon, einmal diese Ausstellung zu besuchen. Ich hatte immer wieder gehört, sie wäre die bedeutendste Ausstellung der Welt und dort würden wirklich aussergewöhnliche Orchideen gezeigt.

Für dieses Jahr habe ich endlich eine Einladung nach Tokyo erhalten und ich durfte als einziger Vertreter aus Deutschland an der Orchideenbewertung teilnehmen. Der erste Preis wird mit einem Mercedes Neuwagen (dieses Mal A Klasse) und inzwischen 15.000 Euro (früher bis 150.000 Euro) belohnt. Den ersten Platz bestimmen alle Bewertungsrichter (über 150) in geheimer Abstimmung und es wird bis nach 18:00 Uhr Ortszeit gewartet, bevor das Ergebnis bekannt gegeben wird. Angeblich damit es nicht zu früh im Netz steht. Aber es geht wohl eher um das „japanische Netz“, denn im Netz findet man den Champion bis heute nicht.

Champion der Schau

Ob ich Japan dieses Mal wirklich die beste Orchidee der Schau gewonnen hat, sei einmal dahin gestellt. Tatsache ist japanische Bewertung unterscheidet sich stark von der Orchideenbewertung der restlichen Welt. Sobald ein Paphiopedilum eine große Blüte hat, ist er bewertungswürdig, egal wie gut oder schlecht die Form ist.

Cattleya schroedereae
Dendrobium leporinum
Phaius schlechteriana Hybride Fredensbourg

 

Wenig überraschend hat dieses Mal wieder ein Paphiopedilum gewonnen. Die Plätze dahinter waren ein Dendrobium, eine riesige Cattleya und eine Phaiushybride, jeweils in herausragendem Kulturzustand.

Ich möchte aber meinen persönlichen Favoriten auch zeigen. Das hier gezeigte Dendrobium polyanthum war an Perfektion nicht zu überbieten und wäre mein Champion der Schau geworden.

Dendrobium polyanthum

Es stimmt diese Ausstellung stellt wegen ihrer Größe alles in den Schatten, was ich in meinem Leben an Orchideen Ausstellungen gesehen habe, und dass obwohl dieses Mal erstmal auch Tulpen, Kalanchoe und Bonsai sowie viele Ikebana Gestecke gezeigt wurden.

Cattleya Pflanzen in unserer Sammlung

Eigentlich habe ich nur eine einzige Cattleya-Art in meiner Sammlung, die seit Jahren dort wächst und regelmäßig blüht, Cattleya maxima. Vielleicht ist sie nur deshalb noch  am Leben, weil sie die niedrigen Wintertemperaturen aushält.

Cattleya intermedia

Nach einer Sammlungsauflösung stehen jetzt große Cattleya-Pflanzen auf der Fensterbank im Wohnzimmer und blühen nach und nach auf. Leider habe ich von ihnen keine Namen. Falls also jemand irgendeinen Namen dieser Pflanzen zufällig kennt, möge er mir diesen bitte mitteilen.

Cattleya ?????

Ob sich diese Pflanzen dauerhaft im Sauerland zum Blühen bringen lassen, wird sich zeigen. Denn die jetzt blühenden Triebe haben sich im Rheinland bei Freilandkultur im Sommer entwickelt.

Coelogyne intermedia

Nachdem vor gut 14 Tagen meine Coelogyne cristata Pflanzen mit ihrer Blüte begonnen haben, blüht jetzt wieder einmal Coelogyne  intermedia mit ihrer zitronengelben Schlundzeichnung. Sie ist angeblich eine Kreuzung aus C. cristata x tomentosa. Sie wurde 1913 registriert. Nach Clayton könnte sie aber auch eine Naturhybride sein. Kultur wie bei C. cristata, kühl, in der Wachstumszeit reichlich Wasser und Dünger. Im Herbst weniger Wasser. Erst wieder reichlicher mit Wasser versorgen, wenn sich der Blütentrieb auseinander schiebt (Einzelknospen werden sichtbar).

Coelogyne intermedia

Myoxanthus serripetalus ist eher ungewöhnlich

Vor einigen Jahren hat mir eine Orchideenfreundin einen Ableger einer Orchidee geschenkt, die ich mir nicht selbst gekauft hätte, weil mich eigentlich Pflanzen mit großen Blättern und relativ kleinen Blüten nicht so interessieren. Dazu kommt, diese Pflanze hat jahrelang ohne Blüte in meiner Sammlung gestanden. Sie hat jedes Jahr einen neuen Blattstiel und ein relativ großes Blatt gebildet. Nach dem vergangenen relativ hellem und warmem Sommer hat sie jetzt geblüht. Die Pflanze stammt aus Ecuador und Peru aus Höhenlagen zwischen 1000 und 3100m und wächst als Epiphyt oder Erdorchidee auf felsigen Hängen. Bedeutet in der Kultur eher kühl. Ich kultiviere sie in einem kleinen Topf mit durchlässigem Substrat. Sie wird während des Wachstums regelmäßig gedüngt.

Myoxanthus serripetalus

Die Pflanze wurde erst 1982 von Luer beschrieben, der Name bedeutet sägezahniges Myoxanthus  bezogen auf die gesägten Petalen

 

Paphiopedilum Hybride blüht

Normalerweise kann ich Paphiopedilum Pflanzen nicht kultivieren, da ich in meinem Kulturraum zu viele aufgebundene Orchideen habe. Besonders im Winter ist dann Tropfwasser das Problem. Die Blätter bekommen durch niedrige Temperaturen und diese Wassertropfen regelmäßig Flecken, die wahrscheinlich dann von  Infektionen durch Pilze oder Bakterien stammen.   In schlimmen Fällen fault sogar das Herz der Triebe aus. Dieses Jahr haben meine wenigen Paphiopedilumpflanzen dieses Problem nicht gehabt, sie sind wohl oft trocken in die Nacht gekommen. Und die Nachtemperaturen waren höher.

Inzwischen hat die hier abgebildete Frauenschuhorchidee ihre Blüten geöffnet. Sie steht inzwischen im Wohnraum. Zum Namen der Pflanze kann ich nichts sagen. Trotzdem finde ich sie schön, sie ist wohl eine Komplexhybride. Und sie stammt wahrscheinlich aus Schwerte.

Neues Odontoglossum als Odontoglossum paniculatum beschrieben

Wieder einmal hat die Arbeitsgruppe u Stig Dalström und Guido Beburghgraeve ein neues Odontoglossum beschrieben, welches sich offenbar schon länger in Kultur befindet. Aber offenbar nur in den Sammlungen einiger weniger Spezialisten.

Odontoglossum paniculatum

Um so erfreulicher, das diese Veröffentlichung im Orchideenjournal einer breiten Orchideenfangemeinde zur Verfügung steht. Es bleibt zu hoffen, das bald Jungpflanzen dieser schönen Art in den Handel kommen.

http://www.orchideen-journal.de/pdf/odontoglossum.pdf

 

Coelogyne nitida blüht jetzt

Durch den sehr heißen Sommer hat diese Coelogyne jetzt im Herbst ihre Blüten entfaltet, obwohl eigentlich gar nicht genügend Licht vorhanden ist. Obwohl in der Literatur als duftend beschrieben tut es diese Pflanze nicht oder nur schwach.

Wird kühl oder kalt kultiviert, aber hell in grobem Substrat. Sobald Neutriebe erscheinen kräftig gießen und düngen.

Coelogyne nitida

Pflanze stammt aus Nepal, Myanmar und China, sowie Thailand und Laos. Höhenlage 1300 bis 2600 m auf Bäumen oder moosigen Felsen. 3 – 8 –  blütig, relativ langlebig.  Bildet schöne glänzende kugelige Bulben.

 

Lichtmessung erklärt das langsame Wachstum der Blütenstiele

Meine aktuelle Lichtmessung hat 1mol/Quadratmeter und Tag   für Fotosynthese verwertbares Licht in 24 Stunden ergeben.An völlig trüben Tagen. Es kann sogar sein, dass der Wert noch niedriger ist, weil das Messgerät auf der untersten Stufe 0-1 mol anzeigt. Kein Wunder also, dass meine Orchideen nicht wachsen. Für Phalaenopsis gibt die bisher dazu verfügbare Literatur 2 mol für minderwertige Pflanzenqualität an und 10 mol für hohe Pflanzenqualität. Und Phalaenopsis sind nicht gerade Pflanzen die hohe Strahlungen benötigen. Ich hatte mich schon gewundert, warum meine Blütenansätze nicht oder nur zum Teil weiter wachsen. Wie hier schon mal beschrieben benutze ich den Light Scout DLI 100. Er kostet ca. 50 Euro.

 

Odontoglossum hallii

Odontoglossum hallii wurde 1837 von Lindley für Ecuador, Peru und Kolumbien beschrieben. Sie stammt aus Höhenlagen um 1200 bis 3000 m Höhe. Ich kultiviere sie im Kalthaus, sobald die Triebe an der Basis die Bulbe ausbilden, entstehen in den Blattachseln der Bulbenhüllblätter die Blütenstiele. Angeblich ist der Blütenstand bis 60 cm lang und trägt bis 20 Blüten. Bei mir maximal 4, scheint aber Ökotyp abhängig zu sein.

Odontoglossum hallii

Bin aber froh überhaupt eine Pflanze zu besitzen. Sie ist selten in Kultur.

Odontoglossum grande

In den heutigen Orchideengäertnereien gibt es diese Orchidee fast nie zu kaufen. Lediglich die Hybride Rawdon Yester, die eine Kreuzung von Odontoglossum grande x williamsianum ist.

Odontoglossum grande

Aus einer alten Sammlung meines Freundes habe ich echte  Odontoglossum grande Pflanzen erhalten. Eine davon blüht jetzt.Ich kann verstehen warum diese Orchidee auch in den vergangenen Jahrhunderten so begehrt war. Wurde 1840 von Lindley für Mexiko, Belize und Guatemala beschrieben. Trägt heute offiziell den Namen Rossioglossum grande. Sie ist eine Kalthausorchidee, die in  im dauerfeuchten Nebelwald in Höhenlagen  von 1400 – 2700m vorkommt. Die Sommer sich nicht so schattig, neblig sondern sogar heller also, die Pflanze verträgt auch Sonne.

Kultiviert am Besten im Tontopf mit durchlässigem Rindensubstrat. Regelmäßig düngen.