Dendrobium Stardust „Firebird“

Im Jahr 2002 fand in Shah Alam in der Nähe der Stadt Kuala Lumpur in Malaysia die Weltorchideenkonferenz statt. Ich erinnere mich noch genau wie fasziniert ich von der Farbe einer damals offenbar neuen Dendrobium Hybride war. Inzwischen haben sich viele Orchideenhybriden in meine Sammlung verirrt oder  sie sind bewusst darin gelandet. Damals jedenfalls war ich ein Vertreter der reinen Lehre, sprich ich sammelte und kultivierte ausschließlich Orchideenarten.

Manchmal jedoch wachsen diese Hybriden deutlich besser, obwohl dies bei Dendrobium Stardust zu Beginn nicht unbedingt der Fall war.

Inzwischen kultiviere ich die Pflanze kühler und im Topf und damit klappt es. Sie blüht jetzt gerade wieder und erfreut mit ihren großen, lang haltenden Blüten.

Dendrobium Stardust "Firebird"
Dendrobium Stardust „Firebird“

Angeblich wurde 1980 eine Kreuzung zwischen Dendrobium unicum x Dendrobium Unkon ausgesät, aus den Sämlingen dieser Kreuzung wurde 1986 von N. Ashi der heutige Klon Firebird selektiert, er wurde auf Virusresistenz in einem japanischen Gewächshaus getestet und im Jahr 2000 wurde der Klon Firebird angeblich zum Patent angemeldet und ein Nobuyuki Asai als Erfinder geführt.

Ich bin mir weder bei der Virusresistenz noch bei der Gültigkeit der Patentnummer USPP 13562 P2 sicher.

Was man aber hier lernen kann, auch heute bleibt die Orchideenkunde spannend und ist immer auch ein bisschen mit Legenden verbunden.

Jedenfalls kommen immer wieder einmal diese Hybriden über Baumärkte oder den Orchideenfachhandel auch in die Hände von europäischen Züchtern. Hoffentlich werden die Patentgebühren dem Erfinder dann  überwiesen.

 

Dendrobium Frosty Dawn

Die Eltern dieser sehr rotlippigen Hybride sind Lime Frost 4N x Dawn Maree ‚GJW‘ 4N, ( Dendrobium scabrilingue x cruentum ) x ( Dendrobium formosum x cruentum ). Der Dendrobium cruentum Einfluss ist deutlich zu sehen.

Dendrobium Frosty Dawn
Dendrobium Frosty Dawn

Ich kultiviere diese hybride auf der Fensterbank, da es in meinem Gewächshaus für eine solche Hybride zu kühl ist. Man kann sagen Dendrobien dieser Verwandtschaft sind ideale Zimmerpflanzen, sie benötigen wahrscheinlich keine kühle,trockene Ruheperiode. Sobald im Frühjahr genügend Licht erhältlich ist und die Bulben ausgereift sind, beginnt die Pflanze mit dem Blühen. Die Blüten halten über drei Monate.

Einzelblüte
Einzelblüte

Dendrobium densiflorum oder doch thyrsiflorum

Großes Dendrobium mit großen Blütenständen, die leider nur ca. 14 Tage halten. Der Artstatus ist nicht ganz geklärt, es könnte sein, dass es sich bei meiner Pflanze eher um Dendrobium thyrsiflorum handelt, schon wegen der Blütezeit. Wenn man beide Arten nicht unterscheidet ist Dendrobium densiflorum der korrekte Name. Im Fieldguide Wild orchids of Thailand steht bei densiflorum Blütezeit August/September.

Dendrobium densiflorum
Dendrobium densiflorum

Triebe über 30 cm lang mit drei bis fünf Blätter oben am Trieb. Pflanze steht in kleinem Topf in Rindensubstrat, wird im Wachstum (Sommer) regelmäßig gedüngt. Blüht nach kühleren Trockenphase Ende Winter oder Frühjahr.

Kommt in Thailand, Vietnam, Hainan, Südchina vor, Höhenlage 1100 -1800m auf bemoosten Ästen oder als Lithophyt.

Ohne strickte Ruhephase keine Blüte, aber auch die Lichtintensität spielt eine Rolle und die Triebstärke. Es scheint verschiedene Triebformen zu geben (spindelförmig oder vierkantig).

Coelogyne nitida (syn: ochracea) blüht im Frühling

Die sehr hellen Tage haben dazu geführt, dass sich die Blüten von Coelogyne nitida sehr schnell öffneten.

Coelogyne nitida
Coelogyne nitida

Die Pflanze ist sehr weit verbreitet und kommt zum Beispiel in Nepal und Indien sowie China vor. 1300-2600m über NN auf Bäumen oder moosigen Steinen. Die Infloreszenz ist 3 – 8blütig. Die Pflanzen sind eher klein mit Bulbe und Blatt ungefähr 20 cm hoch. Blüten erscheinen mit dem Neutrieb. Kultur im Topf in Rindensubstrat, mag Dünger, wenn sie wächst, also nach der Blüte, denn eine große Bulbe gewährleistet einen guten Blütenbesatz im nächsten Frühjahr. Synonym Coelogyne ochracea 1848, der Name Coelogyne nitida  stammt auch Lindley 1828. Es soll duftende und nicht duftende Varietäten geben. Meine duftet, kommt angeblich dann aus Nepal.

Coelogyne nitida
Coelogyne nitida

Eine ungewöhnlich gefärbte Vanda Hybride

Normalerweise kennt man bei den thailändischen Vandahybriden die Färbungen rot, pink, gelb, orange und Schattierungen davon.

Bei mir hat jetzt Vanda lamellata x Gordon Dillon geblüht. Sie stammt von der Schwerter Orchideenzucht und hat über 8 Wochen ihre Blüten zur Schau gestellt.

Sie ist, wie bei diesen Orchideen üblich, in einem Körbchen ohne jegliches Substrat befestigt. Ich habe sie bis jetzt noch im Zimmer. Sie wird gelegentlich im Wurzelbereich angesprüht. Manchmal auch mit Dünger.

Sie scheint sehr pflegeleicht zu sein.

Vanda lamellata x Gordon Dillon
Vanda lamellata x Gordon Dillon

Epigineum acuminatum oder acutilingue

Manchmal kann man in Orchideengärtnereien richtig seltene Orchideen finden. So geschehen mit Epigineum acutilingue, die ich in Schwerte vor einigen Jahren fand.

Die Pflanze stammt von den Philippinen und kommt in Höhenlagen von ca. 500m vor, ist also eher warm zu pflegen. Ich habe sie im Dachfirst, sie ist empfindlich. Die Neutriebe faulen leicht aus. Meine Pflanze sitzt in einem Granulatgemisch, was bedeutet sie wird sehr trocken gehalten.

Die Pflanze hat den neuen Namen acutilingue, der ihr 2011 von Schuiteman &Adams gegeben wurde. Leider übersahen die Autoren, dass es sich eigentlich um die schon 1957 von Summerhayes benannte Epigineum acuminatum handelte.

Die Infloreszenzen haben angeblich bis 20 Blüten, bei mir schon im 3. Jahr lediglich bis zu 4 Blüten. Dies kann natürlich auch an kleinen Bulben durch wenig Wasser und dadurch weniger Triebkraft liegen. Aber lieber eine lebende Pflanze mit wenig Blüten,  als eine tote, ausgefaulte.

Epigineum acuminatum
Epigineum acuminatum

Dendrobium nudum ein Frühlingsbote

Vor vielen Jahren erhielt ich dieses ungefähr 80 cm hoch werdende, viel triebige  Dendrobium von einem Orchideenfreund zum Geschenk. Es blüht immer zu Beginn des Frühling mit Blütenständen von zwei bis vier Blüten, die an den blattlosen Trieben entstehen. Leider halten die Blüten maximal 10 Tage.

Dendrobium nudum
Dendrobium nudum

Die Pflanze stammt aus Java und Sumatra, dort in Höhen von 1200 bis 2000m, wurde von Lindley 1830 beschrieben.

Kultur kleiner bis mittelgroßer Topf, regelmäßig wässern und düngen,  wenn die Pflanze wächst.

Nudum bedeutet nackt, warum dieser Name entzieht sich meiner Kenntnis.

Phalaenopsishybriden in Taiwan auf der Tios 2017

Nach wie vor ist Taiwan das Land, welches bezüglich der Trends bei der Phalaenopsiszüchtung weltweit führend ist. Viele der dort ausgestellten Neuzüchtungen werden als Jungpflanzen via Niederlande früher oder später den Weg auf die Fensterbänke in Europa finden. Denn  Phalaenopsis ist noch immer die  Zimmerpflanze  bzw. die Zimmerorchidee.

Phal. Yellow Lip
Phal. Yellow Lip

Ich habe die Bewerter der Phalaenopsiskreuzungen nicht beneidet, denn es waren mehrere Hundert Pflanzen in verschiedenen Klassen zu bewerten.

Phal. Taisuco Green Apple
Phal. Taisuco Green Apple

Hier einige Beispiele. Mir sind besonders die Hybriden mit den Miltonia artigen Blüten aufgefallen.

Phal. Fullers E-plus x Taiwan Leopard
Phal. Fullers E-plus x Taiwan Leopard
Phal. Ox King x Deps. Fullers Purple Queen
Phal. Ox King x Deps. Fullers Purple Queen

Paphiopedilumhybriden auf Taiwan anlässlich der Tios (Taiwan international orchid show)

Vor zwei Wochen in Taiwan hatte ich das Vergnügen zusammen mit einem international besetzten Expertenteam die Einzelpflanzen Bewertung von ca. 300 vorgestellten Paphiopedilumhybriden und einigen Arten durchzuführen. Zunächst ist mir aufgefallen, dass vor allem die großmütigen Komplexhybriden in Taiwan stark nachgefragt werden. Ob es dort allerdings so ist wie bei uns, dass diese Pflanzen besonders bei Fensterbankkultur nur im Jahr des Einkaufs blühen und dann aus Lichtmangel nie mehr, kann ich nicht beurteilen.

Paphiopedilum Tainan White Queen
Paphiopedilum Tainan White Queen

Die Qualität der gezeigten Pflanzen war gut, allerdings können viele Klone nicht den Standards der Bewertung z.B bei der deutschen Orchideengesellschaft, der RHS(Royal Horticultural Society)  in Großbritannien oder der AOS (American Orchid Society) in den USA genügen. Die zu bewertenden Pflanzen wurden in die allgemein üblichen Gruppen oder Klassen eingeteilt, z.B. mehrblütig oder Primärhybride, oder Erstblüher. Je nach Anzahl der Pflanzen in diesen Gruppen wurden jeweils ein 1.Preis und bei größeren Anzahlen mehrere 2. und 3. Preise ausgelobt.

Paphiopedilum Shi Fa Gold
Paphiopedilum Shi Fa Gold

Die Bewertergruppe konnte eine Anzahl von Pflanzen aus der jeweiligen Gruppe auf einem Extratisch platzieren und dann wurde per Handzeichen der mögliche Preis ermittelt. Deshalb hatten bestimmte Pflanzen überhaupt nur eine Chance, wenn sie es in die Abstimmung auf dem Extratisch schafften.

Paphiopedilum Shin Yi Pinky
Paphiopedilum Shin Yi Pinky

Und es zeigte sich, dass es unterschiedliche Geschmacksrichtungen bei asiatischen Preisrichtern und Preisrichtern aus Europa und Amerika gibt.

Paphiopedilum Yellow Tiger
Paphiopedilum Yellow Tiger

 

Paphiopedilum Cocoa Hamana Festival  Excellent
Paphiopedilum Cocoa Hamana Festival
Excellent

Trotzdem haben aus meiner Sicht meist die wirklich besten Pflanzen gewonnen.

Paphiopedilum Yin Shi Princess
Paphiopedilum Yin Shi Princess
Paphiopedilum gardineri
Paphiopedilum gardineri

 

Maxillaria eliator

Seit vielen Jahren steht in meinem Gewächshaus eine Orchideen, die bis 1,5 m Höhe oder größer wird, einfach weil die Neutriebe auf den älteren Trieben entstehen. Die Orchidee hat flache Bulben und ca. 25 cm lange Blätter, die sowohl die Bulbe umschliessen,  als  auch oben auf der Bulbe sitzen. Zwischen den Blättern entspringt die orangefarbene Blüte. Sie soll vom Herbst bis ins Frühjahr Blüten bilden, welche sogar duften. Duften tun sie, aber sie blüht bei mir nur kurz vor dem Frühling.

Maxillaria eliator
Maxillaria eliator

Die Pflanze stammt aus Südamerika, Costa Rica bis Mexiko, kommt in Höhenlagen von 400 bis 1500m Höhe vor und verträgt angeblich kalte bis warme Bedingungen. Jedenfalls bei mir wächst sie ohne große Pflege.

Sie wurde 1863 von Reichenbach f. beschrieben.