Dendrobium bullenianum oder topazianum

Aus dem Sortiment der Firma Schwerter Orchideenzucht habe ich im vergangenen März ein Ungetüm einer Pflanze von diesem Dendrobium erhalten. Die Triebe sind teilweise über 1,5 m lang und stehen in alle Richtungen, sodass ich die Pflanze, jetzt wo sie blüht, nicht aus dem Gewächshaus nehmen kann. Vor vielen Jahren habe ich sie schon einmal kultiviert und entweder durch Unachtsamkeit beim Giessen oder durch zu kalte Wintertemperaturen verloren. Ich habe sie jetzt hell im eher wärmeren Bereich meines Kulturraums aufgehängt. Sie ist noch in ihrem Importtopf einer Kombination aus Kokosnussstücken  und Plastikkorb. Sie hat also sozusagen überhaupt kein Substrat , deshalb ist es wichtig diesen Topfbereich täglich gut anzufeuchten. Einige Triebspitzen der alten Triebe waren wahrscheinlich beim Import verloren gegangen. Trotzdem solange diese leben, können sie Blüten generieren. Also alte blattlose Triebe nicht abschneiden, sie können über Jahre Blütenstände bilden.

Dendrobium bullenianum

Der Name Dendrobium bullenianum scheint der gültige zu sein, denn Rchb.f. hat die Pflanze 1862 für Bullen, einen englischen  Gärtner bei Low & Co. benannt. Das Vorkommen ist offenbar auf die Philippinen beschränkt. Die Höhenangabe ist bis 1000m, was die eher warme Kultur erfordert. Mal sehen, was bei mir im Winter mit der Pflanze passiert.

 

Dendrobium hookerianum immer im Herbst

Inzwischen habe ich gelernt, dass diese Orchidee 1 m bis 2,45 m lange Triebe ausbilden kann. Zum Glück besitze ich ein auf Ton aufgebundenes Exemplar und die Triebe sind ca. 50 cm lang. Aber sie blühen trotzdem. Dieses Jahr ist der Neutrieb erst im Juli erschienen, er wächst noch immer. An den vorjährigen Bulben sind jetzt die Blüte erschienen. Angeblich soll eine Infloreszenz 9 bis 12 Blüten tragen. Bei mir sind es 5-7 Blüten. Dies kann natürlich an den kürzeren Trieben liegen. Die Blüten ähneln Dendrobium fimbriatum. Aber Dendrobium hookerianum blüht immer im Herbst bzw. am Ende des Sommers.

Dendrobium hookerianum

Die Pflanze stammt aus Nepal, Yunnan und dem Nordosten Indiens. Die Höhenlage des Vorkommens beträgt 1000-2000 m. Deshalb versuche ich sie kühl zu kultivieren. Die Blüten halten 14 Tage. Bei kühlem Stand etwas länger. Regelmäßiges Düngen führt zu kräftigen Trieben. Ich tauche das Tonstück mit dem Wurzelballen an besonders heißen Tagen.

Pflanze wurde 1859 von Lindley für Hooker einen englischen Botaniker benannt.

Cattleya maxima

Weil es in meinem Gewächshaus im Winter zu kalt ist, wachsen dort nur sehr wenige Cattleyen. Eine davon ist Cattleya maxima, ich kultiviere sie schon seit vielen Jahren in einem Plastikkörbchen mit wenig Substrat, ich vermute, Wurzeln und Korb sind für immer miteinander verwachsen. Trotzdem gibt es jedes Jahr Blüten, egal ob die Pflanze viel oder wenig Wasser erhält oder regelmäßig gedüngt wird. Bei genügend Licht blüht sie jedes Jahr.

Cattleya maxima

Die Pflanze stammt aus Südamerika z.B. aus Peru oder Ecuador. Die Höhenlage des Vorkommens beträgt 10 bis 1500 m über NN. Der Name bedeutet die größte Cattleya, was ja nicht unbedingt stimmt. Sie wurde 1833 von Lindley beschrieben.

Bulbophyllum barbigerum

Aus meiner Sicht eines der spektakulärsten Bulbophyllen, weil sich die Blüten bzw. ihre Fortsätze im Wind asynchron bewegen können. Es scheint als ob die Bewegungen keinen Windrichtungen folgen sondern eigenen Plänen.

Pflanze wächst aufgebunden auf Xaxim, welches  heute nur schwer zu bekommen ist, aber ich habe die Pflanze so erhalten. Da ich sie regelmäßig tauche, hat das Xaxim keine Salzrückstände von Düngelösungen. Die Bulben sind rundlich einseitig platt und tragen ein Laubblatt. Die Infloreszenz entspringt der Basis der ausgereiften Bulbe.

Dieses Bulbophyllum stammt aus Afrika, genauer Sierra Leone, aber sie kommt auch in Nigeria und im Kongo vor. Höhenlage 900 – 2300m über NN. Wurde von Lindley 1837 beschrieben.

 

Im Moment gibt es bei der Schwerter Orchideenzucht Jungpflanzen.

Bulbophyllum frostii

Meine Pflanze ist eine sogenannte Mutterpflanze, angeblich oder ist nur deshalb eine Mutterpflanze, damit der Händler einen hohen Preis verlangen konnte. Egal, sie ist schon lange in meiner Sammlung, sie ist aufgebunden ohne Substrat und seitdem sie im Giebel des Gewächshauses hängt, blüht sie regelmäßig.

Bulbophyllum frostii

 

Die Pflanze stammt aus Vietnam und wächst dort in Höhenlagen zwischen 1450 und 1500 m. Wurde 1928 von Summerhayes beschrieben. Leider habe ich keine Ahnung wer Frost war, denn nach ihm ist sie benannt. Das Besondere an ihr, sie hat schuhförmige Blüten.

Cleisostoma birmanicum

Von einem Orchideenfreund habe ich, als er seine Sammlung auflöste, vor vielen Jahren diese Orchidee bekommen. Sie war aufgebunden und hat ohne Substrat viele Jahre bei mir in der wärmeren Abteilung des Gewächshauses sehr hell aufgehängt nur ab und zu etwas Wasser und Dünger bekommen. Jetzt hat sie wieder einmal geblüht.

Die Pflanze stammt aus Thailand, Myanmar, Hainan und Vietnam und wächst in 800 – 1400m Höhe, sie ist wohl in der Natur ziemlich selten. Sie hat eine lange Infloreszenz mit vielen Blüten. Soweit ich informiert bin, hat die Firma O&M im Moment Jungpflanzen von dieser Art. Übrigens wurde sie 1972 von Garay zu Cleisostoma gestellt. War davor als Gattung Echioglossum 1922 von Schlechter beschrieben worden.

Odontoglossum lindleyanum mal wieder in Blüte

Durch meinen südamerikanische Orchideen sammelnden Orchideenfreund sind in den vergangenen Jahren immer mal wieder auch seltene Odontoglossen in meine Sammlung gekommen. Oft ist es aber auch dieses Jahr in meinem Gewächshaus für die Kultur dieser Arten viel zu warm. Trotzdem bleiben sie durch häufiges Absprühen, Tauchen und Aufhängen an den Gewächshaustischen am Leben und freuen sich sozusagen auf die kühlere Jahreszeit.

Odontoglossum lindleyanum

Eine dieser seltenen Odontoglossen ist Odontoglossum lindleyanum, welches in Kolumbien, Ecuador und Peru zuhause ist. Die Höhenlage des Vorkommens beträgt 1700-2500 m, also ist sie eindeutig eine Kalthausorchidee. Sie wächst im Topf mit grobem Rindensubstrat, wird regelmäßig gedüngt und hängt im Winter sehr hell. Sie wurde 1854 von Reichenbach F.  & Warsz. als Lindleys Odontoglossum beschrieben. Sie ist heute ein Oncidium seit Mark Chase eine DNA Analyse durchgeführt hat und Ähnlichkeiten mit Oncidium fand.

Bulbophyllum tingabarinum oder doch pecten-veneris

Leider bin ich mir immer noch nicht sicher, wie diese Orchidee eigentlich korrekt zu nennen ist. Mir ist aufgefallen, dass beide Namen immer mal wieder munter durcheinander benutzt werden. Egal, denn dieses Bulbophyllum ist echt sehr schön, bleibt klein und wächst bei mir in einem kleinen Topf mit Rindensubstrat. Sie hängt relativ schattig, wird aber regelmäßig gedüngt und natürlich davor auch gewässert. Auch an älteren Bulben entstehen immer wieder Blütenstände. Mir ist dazu aufgefallen, das sich in meiner Sammlung meist diese fächerförmig blühenden Bulbophyllen finden, welche früher einmal Cirrhopetalum genannt wurden.

Bulbophyllum pecteveneris

Bulbophyllum thaiorum

Dieses spektakuläre Bulbophyllum blüht regelmäßig mehrmals im Jahr, dabei können auch an älteren Bulben immer wieder einmal neue Blütenstände entstehen. Ich habe die Pflanze von der Firma deWilg in den Niederlanden, die bis zum Beginn der 2000er Jahre besonders mit Naturformen handelte und bei der sich auch viele Orchideenhändler mit seltenen Orchideen versorgten.

Bulbophyllum thaiorum

Meine zwei Pflanzen sind aufgebunden, werden regelmäßig gedüngt und ab und zu auch getaucht. Sie sind relativ hell aufgehängt. Die Pflanze wurde 1912 von Smith für Thailand beschrieben, kommt aber auch in Myanmar und Vietnam vor.