Dendrobium agathodaemonis, eine Unterart von Dendrobium cuthbertsonii ?

Vor einigen Jahren habe ich anlässlich des Bewertungssommertreffens bei Franz Glanz eine tolle Pflanze von Dendrobium agathodaemonis fotografiert. Damals kannte ich Karl Stetter noch nicht und hatte auch keine Kenntnis davon, dass die hier abgebildete Pflanze eine besondere Rarität darstellt. Soweit ich unterrichtet bin wächst und gedeiht die Pflanze noch immer.

Dendrobium agathodaemonis
Dendrobium agathodaemonis

Ich habe Anfang der 2000er Jahre einmal Sämlinge davon aus England von Richard Warren bezogen, leider waren die sehr klein und sind schnell gestorben.

In den 1990er Jahren hat die Firma Kenntner Sämlinge verkauft und die Schwerter Orchideenzucht hatte oder hat kleine Pflänzchen davon, allerdings in der Farbe rosa.

Übrigens bei unserer Reise im Hochland von PNG im August 2016  haben wir diese Art oder Form nicht gefunden.

Odontoglossum hallii blüht im Sommer

Von meinem Orchideenfreund und  Odontoglossum Sammler erhielt ich vor vielen Jahren dieses stattliche Odontoglossum, welches heute ja auch den Gattungsnamen Oncidium trägt.

Die Pflanze wurde 1837 von Lindley beschrieben. Die Pflanze hat bei mir eigentlich immer eher im Herbst/Winter geblüht. Schon komisch, dass sie dieses Jahr mitten im Sommer blüht.

Odontoglossum hallii
Odontoglossum hallii

Die Pflanze stammt Kolumbien, Ecuador und Peru aus immer feuchten Nebelwäldern in Höhenlagen zwischen 1500-3000m über NN. Angeblich ist der Blütenstand bis 60 cm lang mit bis zu 20 Blüten. Bei mir hat er fünf Blüten und ist kürzer, kann aber an den heißen Tagen im Mai/Juni gelegen haben.

Kultur im Topf mit grobem Substrat sehr hell, Bulben haben dann eine  rötliche Färbung. In der Wachstumszeit der Triebe reichlich Wasser und auch Dünger geben. Düngeintervall wöchentlich. Blütenstände erscheinen aus den die Bulbe umgebenden Bulbenhüllblättern.

Was ist Dendrobium melianthum?

Ein australischer Freund hat mir vor längerer Zeit einen kleinen Ableger einer Orchidee überlassen, die diesen Namen trägt. Sie hat jetzt geblüht und die Blüte ist der Gruppe um Dendrobium mohlianum/dillonianum ähnlich. Leider bin ich mir immer noch nicht sicher über ihre Identität. Die Pflanze ist kleiner als z.B Dendrobium mohlianum (bei mir) und die Blüte ähnelt Dendrobium dillonianum.

Dendrobium melianthum
Dendrobium melianthum

Dendrobium Hybride mit leuchtenden Blüten

Vor längerer Zeit habe ich bei der Schwerter Orchideenzucht eine Dendrobiumhybride gekauft, bei der sich jetzt als sie blühte herausgestellt hat, dass es sich um Dendrobium sulawesiense x violaceum handelt. Eigentlich ist Dendrobium glomeratum der gültige Name des einen Kreuzungspartners. IMG_6369

Ich halte diese Pflanze in kleinem Topf seht hell und relativ warm.

Sie ist etwas blühfaul, was mir Guido Schöttler bestätigte. Er hat inzwischen recht große Exemplare in seiner Gärtnerei.

Bei mir ist die Pflanze anfällig für Spinnmilben und verliert dann schnell die schmalen, lanzettligen Blätter.

Es wäre schön wenn diese Hybride teichblühend und oft blühend wäre.

Dendrobium capituliflorum

Der Name bedeutet soviel wie kopfblütig. Ich habe vor fast 40 Jahren meine erste Pflanze bei Günter Ludwig gekauft für 70 Deutsche Mark, was für mich damals als Student viel Geld war. Später habe ich noch eine Pflanze in Australien bei Burleigh Park Orchid Nursery gekauft, diese hat jetzt wieder einmal geblüht.

Im vergangenen Jahr habe ich die Art in Papua Neuguinea an Standorten gefunden, die dauernd was Wasser umspült waren, zusammen mit Bulbophyllum phalaenopsis im sog. Tiefland Regenwald mit Tagestemperaturen deutlich über 30°C.

Dendrobium capituliflorum in PNG im Tieflandregenwald
Dendrobium capituliflorum in PNG im Tieflandregenwald

Dendrobium capituliflorum wurde von Rolfe für PNG schon 1901 beschrieben, sie hat kräftige Bulben mit in der Sonne rötlichen Blättern. Es geistern noch andere Namen umher z.B. D. ophioglossum und confusum aber wahrscheinlich ist auch für diese der Artname von Rolfe gültig.

Pflanzen am dauernassen Standort in PNG
Pflanzen am dauernassen Standort in PNG

Kultur warm und hell, aufgebunden und in der Wachstumszeit viel Wasser und Dünger.

Oncidium cebolleta die Lauchzwiebelorchidee

Oncidium cebolleta trägt heute den Namen Trichocentrum cebolleta. Sie wurde von Swartz schon 1800 für die amerikanischen Tropen, Mexiko bis Brasilien beschrieben. Sie kommt in Höhenlagen zwischen 150 bis 1700m Höhe xerophytisch vor (sie ist also an extremen Wassermangel angepasst).

Trichocentrum cebolleta
Trichocentrum cebolleta

Blätter peitschenartig, rund bis 75 cm lang, Blütenstand vielblütig am Neutrieb. Im Wachstum Wasser und Dünger, während der Ruhezeit völlig trocken. Ich kultiviere sie in einem kleinen Topf mit wenig Substrat.

Sie soll in den südamerikanischen Anden als halluzinierende Droge benutzt werden, wie ist mir nicht bekannt.

Oncidium cebolleta
Oncidium cebolleta

Lauchzwiebel habe ich mir gedacht, denn wie eine „echte“ Zwiebel sieht der Trieb wirklich nicht aus.

 

Dendrobium Aussies Hi-Lo ( D. cuthbertsonii „Lafayette“ x D. laevifolium)

Kürzlich besuchte ich die Sammlung eines belgischen Orchideenfreundes, der sich mit der Züchtung von südamerikanischen Kleinorchideen der Gattungen Masdevallia und Lepanthes aber auch mit der Nachzucht und Hybridisierung von Kleinorchideen der Oxyglossum Gruppe aus PNG befasst. Neben vielen interessanten Kleinoden fand ich auch eine leuchtende Orchidee, die ich für einen besonders guten Klon eines Dendrobium cuthbertsonii hielt.

Dendrobium Aussies Hi-Lo
Dendrobium Aussies Hi-Lo

Ich war erstaunt zu hören, dass es sich um eine Kreuzung zwischen Dendrobium cuthbertsonii „Lafayette“ mit Dendrobium laevifolium handelte. Diese Kreuzung hat Tom Perlite in Amerika erzeugt. Tom verfügt bzw. verfügte über eine außergewöhnliche Sammlung von Dendrobium cuthbertsonii Klonen. Er hatte früher die Firma Golden Gate Orchids.

Dendrobium Aussies Hi-Lo
Dendrobium Aussies Hi-Lo

Angeblich toleriert dies Orchidee höhere Temperaturen und wäre gegenüber den als schwierig gelten reinen Dendrobium cuthbertsonii Pflanzen im Vorteil.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Orchidee bald auch in Deutschland in den Handel kommt.

Dendrobium faciferum

Von Zeit zu Zeit gibt es auch für mich und auch bei Dendrobium noch Pflanzen, die mich besonders faszinieren. Leider sind das manchmal Pflanzen mit schwierigen Kulturanforderungen. Für andere Orchideenkenner sind gerade diese Kandidaten eher leicht zu kultivieren.

Unter meinen Bedingungen ist jedenfalls Dendrobium faciferum eine Orchidee, die mir in der Kultur bisher kein Glück gebracht hat. Ich habe sie zum Blühen gebracht, aber den darauf folgenden kühlen Winter haben die Pflanzen nicht überlebt. Das liegt an meinen 15°C Nachttemperatur.

Dendrobium faciferum stammt von den Sundainseln, den Molukken und Sulawesi, kommt in Höhenlagen bis 350 m in alten Mangrovenbeständen und Litoralwäldern vor, scheint also volle Sonne zu bevorzugen und fast überflüssig zu sagen, hat es gerne warm.

Dendrobium faciferum
Dendrobium faciferum

Die Bulben der Pflanze werden über einen Meter lang, tragen lanzettlige Blätter und haben unten am Trieb eine Verdickung. Sie blühen an alten blattlosen Trieben, aber auch an ausgereiften geblätterten Bulben. Die Blüten sind klein aber durch ihre Färbung sehr auffallend.

Die Firma Schwerter Orchideenzucht verkauft im Moment Pflanzen davon.

Dendrobium hancockii aus China

Vor einigen Jahren bat mich ein Orchideenfreund ihm doch einmal den Namen seiner besonderen Orchidee zu bestimmen. Sie würde wie Bambus wachsen. Und wirklich dieses Dendrobium wächst ein wenig wie eine kleine Bambuspflanze. Wenn sie allerdings blüht, erkennt man, dass es sich eindeutig um ein Dendrobium handelt. Aber warum erkennt man eigentlich eine Dendrobiumblüte, wahrscheinlich Erfahrung ?

Dendrobium hankockii
Dendrobium hankockii

In meiner Sammlung befinden sich vier  dieser Pflanzen, zwei davon erst seit gut 2 Jahren, sie wurden irrtümlich als Dendrobium aurantiflammeum verkauft. Eine alte Pflanze, die schon immer klein ist und eine hat fast ein Meter lange Triebe, blüht aber spärlich. Wahrscheinlich mache ich da etwas falsch.

Diese Orchideenart stammt aus Südchina, Yunnan, wurde 1903 von Rolfe zu Ehren von Hancock benannt und hat bis 5 cm breite Blüten, die paarig oder einzeln im Frühjahr erscheinen. Sie duften nach Honig. Ihre Verbreitung soll sich in Höhenlagen zwischen 200m und 1600 m Höhe bewegen, was darauf hinweist,  sie eventuell etwas wärmer zu kultivieren.  Die nahe verwandte Art soll eine kürzere Lippe haben und breitete Blätter ihr Name Dendrobium odiosum, sie duftet nicht.

Im Winter nicht düngen und das Wässern reduzieren. Die schmalen Blätter sind anfällig für Spinnmilben. Ich kultiviere diese Orchideen kühl in kleinen Töpfen mit grobem Rindensubstrat. Bei starker Sonneneinstrahlung trocknen diese stark aus, sodass ich an sonnigen Tagen am Nachmittag noch einmal Wasser gebe. Gedüngt wöchentlich mit Orchid Focus.

Neue Coelogyne Art für Laos beschrieben; Coelogyne pseudoviscosa

In der  englischen Online Version vom Orchideenjournal hat das Ehepaar Georges aus Frankreich wieder einmal eine Coelogyne Art beschrieben, die sie vor einigen Jahren in Laos gesammelt hatten und die jetzt blühte. Sie trägt den Namen Coelogyne pseudoviscosa. 

Coelogyne pseudoviscosa Foto: E. Georges
Coelogyne pseudoviscosa
Foto: E. Georges

http://orchideen-journal.de/permalink/OrchideenJournal_Vol5_2.pdf