Lepanthes gargoyla

Lepanthes gargoyla stammt aus Nebelwäldern in Ecuador und wurde 1988 von Luer & Hirtz für Höhenlagen von 1300m beschrieben. Angeblich kann die Pflanze warm bis kalt kultiviert werden. Ich halte meine Pflanze temperiert auf einem völlig bemoosten Gießtopf. Sie hat die Eigenschaft an einem Blütenstiel auf dem Blatt nacheinander, mehrfach im Jahr Blüten zu entwickeln. So auch jetzt, was ziemlich ungewöhnlich ist, weil ja jetzt bekanntermaßen das Licht eher fehlt. Ihre Blätter stehen an dünnen Blattstielen und sind rötlich-braun gefärbt, die Blattoberfläche ist rau, sodass auch im nichtblühenden Zustand ein interessanter „Blattpflanzenhingucker“  im Kulturraum steht. Düngung über den Gießtopfinhalt mit ungefähr 400 Mikrosiemens. Gargoylen sind landläufig steinerne Wasserspeier und in der Mythologie Nachfahren großer Reptilien, die einst den Menschen das Bauen steinerner Behausungen erlauben mussten.

Lepanthes gargoyla
Lepanthes gargoyla

Coelogyne nitida mit ungewöhnlicher Blütezeit

In der Gattung Coelogyne gibt es eine Gruppe von Pflanzen, die der Sektion Ocellatae angehören und die schwer auseinander zu halten sind. Die Pseudobulben sind mehr oder weniger kugelig, hellgrün und stehen dicht zusammen. entweder mit einem oder mit zwei  Blättern, die bis 25 cm lang sein sollen (bei mir kürzer) und ungefähr 3 cm breit sind. Der Blütenstand ist protheranth, das bedeutet er erscheint vor den Blättern aus dem Neutrieb und er hat 3-6 Blüten, die im Durchmesser 4 cm erreichen, weiß sind mit 4 gelben Flecken auf den Seitenlappen und zwei gelben Scheiben mit rotem Rand auf dem Mittellappen. Normalerweise blüht die Art Mai bis Juni. Sie hat wegen des schönen, hellen Spätsommers nochmal geblüht.

Die Art stammt aus Nepal, Bhutan, Burma, Yunnan Laos, Thailand. Sie wurde 1828 von Lindley beschrieben. Sie kommt in Bergregenwäldern bis 2600m Höhe vor.

Coelogyne nitida
Coelogyne nitida

Sie steht  im Topf, hell, ist  leicht zu pflegen  und verträgt während des Wachstums Dünger. Ich kultiviere sie kühl oder temperiert und mit viel Licht.

 

Stenoglottis fimbriata oder longifolia ?

Vor vielen Jahren hat mir ein Orchideenfreund diese dankbare Erdorchidee aus Afrika geschenkt. Sie steht in einem Erdorchideengemisch mit etwas mehr Humusanteilen. Ich vermute sie verzeiht Kulturfehler. Ich habe sie kühl und feucht. Sie blüht im Herbst mit sehr langen Rispen, die nacheinander von unten nach oben aufblühen. Nach der Blüte erscheinen aus dem Boden die neuen Blattrosetten. Die alten sterben mit bzw. nach der Blüte ab. Die Art Stenoglottis longifolia wurde von Hooker 1891 beschrieben, wahrscheinlich ist die Art ohnehin als Synonym zu Stenoglottis fimbriata, die von Lindley 1837 für Gabun und Südafrika beschreiben wurde,   anzusehen.

Stenoglottis longifolia
Stenoglottis longifolia

Vanda Roberts Delight

Vor vielen Jahren erhielt ich einen kleinen Sämling einer Vandahybride, die zwar einen Namen (Roberts Delight)  trug, aber da es offenbar ein Sämling war, hatte ich keine Vorstellung über ihre mögliche Blütenfarbe.

Robert ist der Vorname von Robert(Bob) Fuchs er betreibt in Florida eine Orchideengärtnerei. Schon 1984 anlässlich der ersten Weltorchideenkonferenz in Miami hatte ich seine Vanda-Orchideen bewundertund mir auf den Rückflug mitten im Winter sogar zwei Pflanzen mitgenommen, die aufgrund der Kälte auf Flughäfen und anschließend im Zug prompt eingingen. Auf der Orchideenkonferenz 2008 in Miami habe ich wieder vor seinen Vandeen gestanden. Inzwischen gibt es diese Orchideen in vielen Gärtnereien in Deutschland, z.B. in Schwerte. Sie sind oft ohne Substrat in Holz-oder Plastikkörbchen montiert; regelmäßiges Ansprühen mit leichter Düngerlösung und nicht zu kühle Kultur sowie viel Licht sind ihre Ansprüche.

Vanda Roberts Delight
Vanda Roberts Delight

Die Pflanze, die ich besitze, steht mit grobem Substrat in einem Tontopf. Nach fast 10 Jahren hat sie das erste Mal geblüht. Aber das Warten hat sich gelohnt. Roberts Delight, also Roberts Freude ist jetzt auch meine Freude.

Dryadella simula auch fast ein Dauerblüher

Vor vielen Jahren hat mir ein Orchideenfreund diese kleinwüchsige Pflanze mit ihren lanzettligen Blätter geschenkt. Sie steht in einem kleinen Gittertopf relativ dunkel auf dem Gewächshaustisch und wird ständig feucht gehalten. Die kleinen Blüten erscheinen in unregelmäßigen Abständen das ganze Jahr über.

Diese Orchidee wurde von Luer 1978 für Ekuador, Kolumbien und Peru beschrieben, wo ist im unteren Wolkenregenwald (also sehr feucht) in Höhenlagen zwischen 2000 und 3000 m vorkommt.

Dryadella simula
Dryadella simula

Sie lässt sich durch mehrtriebige Blattbüschel gut vermehren.

Frauenschuh in Papua Neuguinea gefunden Paphiopedilum praestans

Im Vorfeld meiner Reise nach Papua Neuguinea hatte ich mich in der Literatur darüber informiert, welche Frauenschuharten dort wohl noch vorkommen. Eine davon ist Paphiopedilum papuanum, die ich zwar interessant finde, aber da sie eher im Tiefland vorkommt und die Reise nur kurz das Tiefland zum Ziel hatte, war die Wahrscheinlichkeit sie zu finden eher gering.

Dorfbewohner mit Frauenschuhblüte
Dorfbewohner mit Frauenschuhblüte

Auf der Fahrt von Tari im östlichen Tiefland Richtung Mt. Hagen fanden wir an einer steilen Strassenböschung nahe dem Ort Mindi Paphiopedilum striatum, welches auch glanduliferum oder  bodegomii genannt wird oder wilhelminae, etwas irreführend, da der Mt. Wilhelm ganz woanders liegt. Eventuell sind ja dort auch mal Pflanzen gefunden worden. Jedenfalls hat die Pflanze inzwischen den Namen Paphiopedilum praestans und wurde schon 1894 von Pfitzer für Papua Neuguinea benannt. Der Standort ist ca. 4 m hoch verbuscht, aber es sind genügend sehr helle Grasflächen  vorhanden, die Pflanzen stehen in  Kalkschotter, Humusgemisch.

Paphiopedilum praestans in Blüte PNG
Paphiopedilum praestans in Blüte PNG

Sie stehen nur deshalb noch dort, weil sich die Einheimischen nicht dafür interessieren und weil nur selten Orchideenkenner vorbei kommen. Die Dorfbewohner waren jedenfalls sehr überrascht, warum wir in dem Hang herum geklettert sind. Leider hatten die Pflanzen keine Samenkapseln, dafür standen sie teilweise in Blüte. Auf der Fläche wuchsen noch Spathoglottis plicata und Coelogyne assamica.

Paphiopedilum Pflanzen am Standort
Paphiopedilum Pflanzen am Standort

Pleurothallis schiedei blüht ständig

Diese Orchidee die von Reichenbach F. 1849 ihren Namen erhielt, trägt wegen der Priorität der Erstbeschreibung eigentlich den Namen Pleurothallis villosa und wurde schon 1838 von Knowles und Westc. für Höhenlagen von 1500 – 2500m  in Mexiko, Guatemala, El Salvador, Honduras und Costa Rica beschrieben. Sie soll laut der Literatur kühl kultiviert werden. Ich pflege sie seit Jahren eher temperiert auf einem kleinen Rebstöckchen ohne Unterlage. Sie wird täglich oder im Winter auch mal jeden drittenTag übersprüht und blüht unter diese Bedingungen an einem etwas schattiertem Platz fast während des gesamten Jahres. Die Pflanze hat gestielte Blätter, die nur maximal 3 cm lang sind, die Blüten die an einem bis 9 cm langem Blütenstand nacheinander aufblühen, sodass die Blütezeit fast das ganze Jahr hindurch andauert. Deshalb ist es wichtig die alten Blütenstiele nicht zu früh abzuschneiden, erst wenn sie hellgelb papiertrocken sind. Junge Triebe sind empfänglich für Blattläuse.  Bakteriell verseuchtes Wasser führt zu Blattverlust, besonders bei Blättern die noch keine festere Cuticula (Blattschutzschicht) haben.

Pleurothallis schiedei
Pleurothallis schiedei

Lepanthes zamorensis ein Dauerblüher?

Seit einer Ekuadorreise in 2009 war ich für einen längeren Zeitraum von südamerikanischen Orchideen sehr begeistert. Besonderes die Gattung Lepanthes hat mich damals sehr fasziniert. Leider sind unter meinen Bedingungen diese kleinen Pflanzen immer weniger geworden, Entweder sind sie während Urlauben vertrocknet oder Pilzerkrankungen zum Opfer gefallen.

Lepanthes zamorensis
Lepanthes zamorensis

Eine Langzeitüberlebende ist Lepanthes zamorensis. Sie wurde von Luer&Hirtz 1996 für Ekuador beschrieben. Sie ist nach dem Rio Zamora, dem Ekuadorfluss benannt und kommt zwischen 1400 und 2000m Höhe vor. Sie kann angeblich von kalt bis warm kultiviert werden. Ich habe sie aufgebunden auf Kork mit etwas Moosunterlage; Temperatur temperiert.  Die Blüten können übers Jahr verteilt öfters erscheinen und sind nur wenige Millimeter groß. Es ist wichtig, dass die Pflanze nicht austrocknet.

Dendrobium masarangense und sulphureum in PNG

Während meiner Reise ins Hochland von Papua Neuguinea habe ich noch weitere Vertreter der Sektion Oxyglossum gefunden und konnte ähnlich wie bei den Dendrobium cuthbertsonii Pflanzen ihren Wuchs am Standort beobachten und fotografieren.

Dendrobium sulphureum
Dendrobium sulphureum

Auch sie wachsen im Bereich Tari, also in der östlichen Hochlandprovinz von Papua Neuguinea. Auf Baumfarnen oder Nothofagusbäumen zusammen mit Moosen und Flechten und wie bei den Dendrobium cuthbertsonii immer nur an Stellen, wo durch das Absterben eines höheren Regenwaldbaumes eine hellere Stelle entsteht mit mehr Licht. So ist es auch auf eventuellen Lichtungen oder am Waldrand. Durch das Hereinziehen von Regenwolken oder Nebel fanden wir diese Pflanzen immer tropfnass bei Temperaturen um die 10°C am Morgen und über 20°C am Nachmittag bei Sonne. Für mich folgt daraus:  Diese Pflanzen können aufgebunden auf Korkeichenstücken mit Moosunterlage im Kalthaus kultiviert werden. Vorsicht in solchen Korkeichen, Moos, Pflanzen Gebilden wohnen teilweise Kellerasseln und die fressen Wurzeln, Neutriebe und Blütenknospen.

In einem früheren Beitrag habe ich unten stehende Bild als D.theionanthum bezeichnet. Bin jetzt der Meinung es ist doch D. masangarense subsp. theionanthum.

Dendrobium masangarense subsp. theionanthum
Dendrobium masangarense subsp. theionanthum

Wüchsige Dendrobium cuthbertsonii Hybriden

Seit einigen Jahren interessiere ich mich auch für Hybriden, die im Umfeld der Dendrobium cuthbertsonii erzeugt werden, oft sind sie viel wüchsiger, vertragen mehr Dünger und haben größere Blüten, auch wenn sie etwas vom Charme der „echten“  Cuthbertsonii-Blüten verlieren.IMG_6727

 

 

In meiner Sammlung blühen im Moment zwei unterschiedlich gefärbte Hybriden zwischen Dendrobium cuthbertsonii x Dendrobium glomeratum. Sie stammen ursprünglich aus der Gärtnerei von Peter Kopf in Deggendorf/  Bayern. Ich kultiviere sie in kleinen Töpfen in Orchidiata Substrat fein; sie werden regelmäßig gedüngt und wachsen sehr gut. Und die Blüten halten Monate lang.

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