Dendrobium hancockii aus China

Vor einigen Jahren bat mich ein Orchideenfreund ihm doch einmal den Namen seiner besonderen Orchidee zu bestimmen. Sie würde wie Bambus wachsen. Und wirklich dieses Dendrobium wächst ein wenig wie eine kleine Bambuspflanze. Wenn sie allerdings blüht, erkennt man, dass es sich eindeutig um ein Dendrobium handelt. Aber warum erkennt man eigentlich eine Dendrobiumblüte, wahrscheinlich Erfahrung ?

Dendrobium hankockii
Dendrobium hankockii

In meiner Sammlung befinden sich vier  dieser Pflanzen, zwei davon erst seit gut 2 Jahren, sie wurden irrtümlich als Dendrobium aurantiflammeum verkauft. Eine alte Pflanze, die schon immer klein ist und eine hat fast ein Meter lange Triebe, blüht aber spärlich. Wahrscheinlich mache ich da etwas falsch.

Diese Orchideenart stammt aus Südchina, Yunnan, wurde 1903 von Rolfe zu Ehren von Hancock benannt und hat bis 5 cm breite Blüten, die paarig oder einzeln im Frühjahr erscheinen. Sie duften nach Honig. Ihre Verbreitung soll sich in Höhenlagen zwischen 200m und 1600 m Höhe bewegen, was darauf hinweist,  sie eventuell etwas wärmer zu kultivieren.  Die nahe verwandte Art soll eine kürzere Lippe haben und breitete Blätter ihr Name Dendrobium odiosum, sie duftet nicht.

Im Winter nicht düngen und das Wässern reduzieren. Die schmalen Blätter sind anfällig für Spinnmilben. Ich kultiviere diese Orchideen kühl in kleinen Töpfen mit grobem Rindensubstrat. Bei starker Sonneneinstrahlung trocknen diese stark aus, sodass ich an sonnigen Tagen am Nachmittag noch einmal Wasser gebe. Gedüngt wöchentlich mit Orchid Focus.

Neue Coelogyne Art für Laos beschrieben; Coelogyne pseudoviscosa

In der  englischen Online Version vom Orchideenjournal hat das Ehepaar Georges aus Frankreich wieder einmal eine Coelogyne Art beschrieben, die sie vor einigen Jahren in Laos gesammelt hatten und die jetzt blühte. Sie trägt den Namen Coelogyne pseudoviscosa. 

Coelogyne pseudoviscosa Foto: E. Georges
Coelogyne pseudoviscosa
Foto: E. Georges

http://orchideen-journal.de/permalink/OrchideenJournal_Vol5_2.pdf

Dendrobium Roongkamol Vejvarut

Dieses großblütige  Dendrobium ist eine weitere sehr interessante Hybride wahrscheinlich aus Thailand. Man kann sie hervorragend am Zimmerfenster kultivieren. Die Blüten sind groß fast 10 cm im Durchmesser. Sie hat, einmal etabliert, einen sehr kräftigen Wuchs. Trotzdem sollte sie nicht übertopft werden, denn das mögen Dendrobien nicht. Aber wichtig; sie benötigt höhere Temperaturen.

Dendrobium Roongkamol Vejvarut
Dendrobium Roongkamol Vejvarut

Dendrobium Roongkamol Vejvarut ist eine Kreuzung von Dendrobium Dawn Maree x Dendrobium formosum.

Meine Pflanze stammt aus dem Sortiment der Schwerter Orchideenzucht.

Odontoglossum naevium große Pflanze blüht

Wie hier schon mal beschrieben, besitze ich die Original Eberhard Waldvogel Pflanze aus den 1960er Jahren. Diese hat jetzt mit 15 Blütenrispen geblüht. Sie hat am vergangenen Wochenende bei der Orchideenbewertung der Deutschen Orchideengesellschaft  in Köln jeweils einen 2. Preis bei Botanischer Art und bei Kultur erhalten.

Odontoglossum naevium
Odontoglossum naevium

Kultiviert wird sie im Topf hell und kühl mit etwas Trockenzeit im Winter. Blütenstiele erscheinen aus den sich entwickelnden Neutrieben. Neue Wurzeln während der Blüte oder danach. Dann ist es sinnvoll mehr zu Wässern und zu Düngen, damit sich kräftige Bulben entwickeln.

Ascocentrum curvifolium

Jetzt blüht sie wieder mit ihren kleinen orangen Blüten ist zwar nicht so leuchtend wie Ascocentrum miniatum,  aber da sie eher  rot-orange ist auch sehr schön. Wird eher warm kultiviert, steht in einem Topf mit grobem Rindensubstrat, der im First des temperierten Hauses hängt, da ist es offenbar warm genug.

Stammt aus Laos, China, Assam (Indien) und Vietnam in Höhenlagen bis 700m, wächst als Epiphyt.

Ascocentrum curvifolium
Ascocentrum curvifolium

Wurde von Schlechter 1913 beschrieben. Name bezieht sich auf die gebogenen Blätter. Genügend Licht wird durch eine braunrote Punktierung der Blätter angezeigt.

Dendrobium harveyanum

Kaum ein Dendrobium hat mich in den vergangenen 40 Jahren so fasziniert wie Dendrobium harveyanum. Ob es an der dottergelben Farbe liegt oder an der sehr exotischen, gefransten Lippe und den gefransten Sepalen und Petalen, ob es daran liegt, dass diese Pflanze relativ selten in Kultur ist? Auf Ausstellungen ist sie jedenfalls eher selten zu sehen. Ich erinnere eine Ausstellung in Belgien auf der vor einigen Jahren Paul Noben ein gutes Exemplar gezeigt hat.

Ich selbst hatte lange nur kleine Exemplare, die pro Jahr einen Neutrieb erzeugten. So kann natürlich keine Schaupflanze entstehen. Aber wenigstens haben auch diese Pflanzen regelmäßig geblüht.

Vor 2,5 Jahren war ich nach fast 30jähriger Pause wieder einmal in der Gärtnerei Hennis in Hildesheim. Dort habe ich ein mehrtriebiges Exemplar erstanden, welches sich nach dem Umtopfen auch etabliert hat. Ich pflege diese Orchidee kühl und hell und während der Wachstumszeit mit viel Wasser und Dünger.

Jetzt schon im zweiten Jahr blüht diese Orchidee,  leider allerdings mit sich nacheinander entwickelnden Blütentrieben. Ist zwar auch ok, aber so wirkt sie nicht so imposant.

Dendrobium harveyanum
Dendrobium harveyanum

 

Die Pflanze wurde nach einem irischen Orchideenliebhaber benannt, der sie als erster zum Blühen brachte. Reichenbach beschrieb sie 1883. Sie kommt in auf Baumstämmen und großen Ästen in China (Yunnan), Myanmar, Thailand und Vietnam vor. Die Triebe sind oben keulenförmig verdickt und haben bis zu 9 eiförmige, ledige Blätter. Die Blütenstände erscheinen von Februar bis April an blattlosen Bulben aber auch an geblätterten Bulben aus dem oberen Bulbenende.

Die Blüten duften nach Honig und stehen an einer ca. 15 cm langen Infloreszenz, Anzahl der Blüten bis zu 9.

Holger Perner verstorben

Von links Holger Perner, Wenqing Perner, hinten R. Schettler, vorne rechts Hans Christiansen, rechts hinten Orchideenliebhaber aus Dänemark
Von links Holger Perner, Wenqing Perner, hinten R. Schettler, vorne rechts Hans Christiansen, rechts hinten Orchideenliebhaber aus Dänemark

Vor einigen Tagen erhielten wir die sehr überraschende Nachricht, dass der bekannte Orchideenkenner und Inhaber einer Orchideengärtnerei in China überraschend verstorben ist. Ich hatte erfreuliche Gelegenheit ihn auf Ausstellungen und Konferenzen näher kennenzulernen. Den Lesern des Orchideenjournals ist er durch Artikel bekannt oder aber sie haben seinen Verkaufsstand in Dresden besucht und Cypripedien oder Paphiopedilum Orchideen in guter Qualität vorgefunden. Holger hatte es geschafft, als einzige Gärtnerei eine Exportgenehmigung für China zu erhalten. Das hier gezeigte Bild entstand anlässlich der APOC in Chongqing (China) in 2010.

Dendrobium Gatton Sunray, eine große, aber schöne Hybride

Dendrobium Gatton Sunray ist eine Hybride zwischen Dendrobium pulchellum x Dendrobium Illustre ( D. chrysotoxum x pulchellum). Sie kann Bulben von über 1m Meter erzeugen, wird in einem relativ großen Topf mit grobem Rindensubstrat kultiviert und blüht aus den vorjährigen oder älteren Bulben. Die Blüten sind kräftig gelb  gefärbt und haben einen roten Schlundfleck, leider halten sie nur ungefähr 3 Wochen. Trotzdem ein wirklich spektakuläres Dendrobium.

Dendrobium Gatton Sunray
Dendrobium Gatton Sunray

Ich kultiviere die Pflanze temperiert, sie benötigt im Wachstum Wasser und Dünger und kann nach dem Ausreifen der Triebe trockener stehen. Leider wird sie etwas ausladend, trotzdem lohnen die schönen Blüten die Kultur.

Die Hybride ist angeblich schon 1915 registriert worden.

Dendrobium Stardust „Firebird“

Im Jahr 2002 fand in Shah Alam in der Nähe der Stadt Kuala Lumpur in Malaysia die Weltorchideenkonferenz statt. Ich erinnere mich noch genau wie fasziniert ich von der Farbe einer damals offenbar neuen Dendrobium Hybride war. Inzwischen haben sich viele Orchideenhybriden in meine Sammlung verirrt oder  sie sind bewusst darin gelandet. Damals jedenfalls war ich ein Vertreter der reinen Lehre, sprich ich sammelte und kultivierte ausschließlich Orchideenarten.

Manchmal jedoch wachsen diese Hybriden deutlich besser, obwohl dies bei Dendrobium Stardust zu Beginn nicht unbedingt der Fall war.

Inzwischen kultiviere ich die Pflanze kühler und im Topf und damit klappt es. Sie blüht jetzt gerade wieder und erfreut mit ihren großen, lang haltenden Blüten.

Dendrobium Stardust "Firebird"
Dendrobium Stardust „Firebird“

Angeblich wurde 1980 eine Kreuzung zwischen Dendrobium unicum x Dendrobium Unkon ausgesät, aus den Sämlingen dieser Kreuzung wurde 1986 von N. Ashi der heutige Klon Firebird selektiert, er wurde auf Virusresistenz in einem japanischen Gewächshaus getestet und im Jahr 2000 wurde der Klon Firebird angeblich zum Patent angemeldet und ein Nobuyuki Asai als Erfinder geführt.

Ich bin mir weder bei der Virusresistenz noch bei der Gültigkeit der Patentnummer USPP 13562 P2 sicher.

Was man aber hier lernen kann, auch heute bleibt die Orchideenkunde spannend und ist immer auch ein bisschen mit Legenden verbunden.

Jedenfalls kommen immer wieder einmal diese Hybriden über Baumärkte oder den Orchideenfachhandel auch in die Hände von europäischen Züchtern. Hoffentlich werden die Patentgebühren dem Erfinder dann  überwiesen.

 

Dendrobium Frosty Dawn

Die Eltern dieser sehr rotlippigen Hybride sind Lime Frost 4N x Dawn Maree ‚GJW‘ 4N, ( Dendrobium scabrilingue x cruentum ) x ( Dendrobium formosum x cruentum ). Der Dendrobium cruentum Einfluss ist deutlich zu sehen.

Dendrobium Frosty Dawn
Dendrobium Frosty Dawn

Ich kultiviere diese hybride auf der Fensterbank, da es in meinem Gewächshaus für eine solche Hybride zu kühl ist. Man kann sagen Dendrobien dieser Verwandtschaft sind ideale Zimmerpflanzen, sie benötigen wahrscheinlich keine kühle,trockene Ruheperiode. Sobald im Frühjahr genügend Licht erhältlich ist und die Bulben ausgereift sind, beginnt die Pflanze mit dem Blühen. Die Blüten halten über drei Monate.

Einzelblüte
Einzelblüte